How-to: Als Shopbetreiber die Corona-Krise meistern

Für viele Onlinehändler sind die Wochen der Corona-Krise eine extreme Belastung. Entgegen den Mitte März angestellten, ausgesprochen verheißungsvollen Prognosen haben viele mit sinkenden Umsätzen und logistischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie aber kommen Onlineshops möglichst schadlos durch die Krise? Welche Sofortmaßnahmen können von Händlern gegen die allgemeine “Kaufzurückhaltung” ergriffen werden? Und was sollte – mit Weitblick über die Krise hinaus – gerade jetzt außerdem in Angriff genommen werden? Wir haben praktische Tipps für Shopbetreiber zusammengestellt.

Inhalt

Das Coronavirus geht um die Welt und hat den Alltag von Milliarden Menschen grundlegend gewandelt. Vorübergehend aber ausgesprochen wirksam. Die Macht der Gewohnheit kapituliert vor zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen, Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren. Der stationäre Einzelhandel liegt weitgehend brach – und auch im E-Commerce war der anfänglich prognostizierte Boom größtenteils auf einige wenige Produktgruppen und die größeren Marktteilnehmer beschränkt. Für immer mehr Shopbetreiber geht die Krise zunehmend an die Substanz.

Onlineshops in zwei Stufen aus der Krise helfen

In dieser Situation empfehlen wir Onlinehändlern eine zweistufige Strategie: Zunächst sollten gezielt Sofortmaßnahmen ergriffen werden, um die Umsätze zu stabilisieren. Diese erste Phase ist nun, nach gut drei Wochen Shutdown, idealerweise bereits abgeschlossen. In einem zweiten Schritt muss dann für die Zeit nach der Corona-Krise geplant und vorgebaut werden, so dass der Aufwind nach dem Tief optimal genutzt werden kann.

Welche Sofortmaßnahmen sind ratsam?

Wie bleiben Onlineshops auch in der Krise für die verunsicherte Kundschaft attraktiv? Wir haben eine Reihe von wirksamen Sofortmaßnahmen zusammengestellt.

“Lebenszeichen” und wichtige Hinweise im Header

Viele Shopbetreiber bauen im Header einen unübersehbaren Hinweis ein, um Besuchern klar zu signalisieren, dass Bestellungen auch während der Corona-Krise ganz normal bearbeitet und versendet werden. Und wenn es Besonderheiten zu bestimmten Produkten oder aktuelle Versandhinweise gibt, sollten sie entsprechend prominent verlinkt werden.

Screenshot Barf Snack

Quelle: barf-snack.de

Je transparenter Kunden darüber informiert werden, wie der Betrieb aktuell aufrecht erhalten wird und welche Einschränkungen dabei gegebenenfalls in Kauf zu nehmen sind, desto genauer wissen sie, was sie erwarten können. Es geht also weniger darum, den Eindruck zu erwecken, alles sei normal – denn das ist es derzeit ja ohnehin nirgends. Es kommt vielmehr darauf an, für maximale Klarheit zu sorgen und dadurch verlässlich zu wirken. Das ist derzeit – mehr denn je – sehr viel wert.

Für aktuelle Informationen in den Google Suchergebnissen sorgen

Damit besagte Klarheit für potenzielle Kunden bereits in den Google Suchergebnissen herrscht, gibt es eine Reihe von Vorkehrungen, die Onlinehändler treffen können. Bereits im März gab es dazu einen sehr nützlichen Blog-Beitrag von John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google. Insbesondere im Bereich strukturierte Daten gibt es für Shopbetreiber unter Umständen einiges zu ändern, so dass beispielsweise bestimmte Produkte bereits in den Suchergebnissen als nicht lieferbar angezeigt werden. Und wenn ganze Teile der Seitenstruktur – etwa Produktkategorien – zeitweise abgeschaltet werden, sollten diese Änderungen dem Crawler über die Search Console mitgeteilt werden.

Google My Business anpassen

Und auch für Google My Business gibt es Möglichkeiten für die klare Kommunikation der aktuellen Situation, die auch für Shopbetreiber interessant sein können. So gibt Google den Betreibern von Onlineshops wie auch anderen Gewerbetreibenden die Möglichkeit, auf Besonderheiten im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 hinzuweisen.

Screenshot Google My Business

Google My Business

Eine ausführliche Anleitung dazu findet sich in der Google My Business-Hilfe. Wer zusätzlich zu seinem Onlineshop auch noch ein Ladengeschäft betreibt, sollte unbedingt auf diese Einstellungsmöglichkeiten zurückgreifen, um seine Kunden jederzeit aktuell zu informieren – und nach Möglichkeit direkt in den Onlineshop zu leiten.

Aktuell besonders gefragte Produkte prominent platzieren

Wer Produkte im Sortiment hat, die aktuell besonders begehrt sind, tut gut daran, sie so prominent wie möglich zu platzieren. Wenn ein Unternehmer gerade Verpackungsmaterial bestellen möchte und dabei gleich Atemmasken und Aufkleber mit Warnhinweisen für die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Kunden angeboten bekommt, wird sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv auf den Warenkorb auswirken:

Screenshot Enviropack

Quelle: enviropack.de

Versandkosten vorübergehend senken oder streichen

Ein weiteres mögliches Instrument ist das Senken oder vollständige Streichen von Versandkosten. Gerade wer zusätzlich im stationären Handel tätig ist, kann hier punkten. Der BVB Onlineshop etwa versendet versandkostenfrei, solange die stationären Fanshops geschlossen bleiben müssen:

Screenshot BVB

Quelle: bvb.de

Aktions-Newsletter mit Gutschein oder Rabatt versenden

Wer regelmäßig einen Newsletter versendet, sollte dabei angesichts der Corona-Krise keinesfalls eine Pause einlegen. Gerade jetzt, da ein großer Teil der Empfänger deutlich mehr Zeit als sonst hat um sich mit unverhofft eintrudelnden Angeboten auseinanderzusetzen, ist ein guter Zeitpunkt dafür, per Mail zusätzliche Umsätze zu generieren. Zwei, drei Sätze, die zur aktuellen Situation passen, ein Aktionsgutschein oder Rabattcode und ein paar ausgewählte Produkte sind im Handumdrehen zusammengestellt.

Was ist für Händler jetzt noch zu tun?

Während in diesen Wochen von kaum etwas anderem als den Auswirkungen der Corona-Pandemie die Rede ist, sollten Shopbetreiber unbedingt auch über das noch immer nicht absehbare Ende der Beschränkungen hinaus planen. Denn wenn sie dann eines Tages endlich eintritt, die Erholung des auf Sparflamme herunter gedrehten Konsums und der schwer gebeutelten Wirtschaft, muss der Shop gut aufgestellt sein.

Gerade wer seinen Umsatz derzeit allen Sofortmaßnahmen zum Trotz nicht in Richtung Vorkrisenniveau angehoben bekommt, sollte die Gelegenheit nutzen, jetzt die Weichen für die große Aufholjagd zu stellen. Zudem bietet eine Zeit relativer Flaute eine gute Gelegenheit, um den Shop technisch auf Vordermann zu bringen und weiterzuentwickeln.

10 über die Corona-Krise hinaus wirksame Maßnahmen

Je nach Branche, Shopgröße und individueller Situation kommt da eine Vielzahl von Maßnahmen in Frage. Um zehn Beispiele zu nennen:

  1. Bislang auf die lange Bank geschobene Umbauarbeiten am Shop vornehmen (Anpassungen am Template, Optimierung von Kategorie- oder Produktseiten, Erweiterungen integrieren und anderes mehr).
  2. Die Leistung des Shops analysieren und geeignete Maßnahmen für die Performance-Optimierung ergreifen.
  3. Ein womöglich anstehendes, aufwendiges Upgrade vorbereiten. Etwa von Magento 1 auf Magento 2 oder von Shopware 5 auf Shopware 6.
  4. Umfassendere SEO-Maßnahmen in Angriff nehmen, um den Shop zum Beispiel für visuelle Suche oder mithilfe von strukturierten Daten noch besser aufzustellen.
  5. Durch die Anbindung des Shops an Marktplätze zusätzliche Verkaufskanäle erschließen (insbesondere Amazon Marketplace und eBay). Für zahlreiche Shopsysteme ist hier magnalister das Mittel der Wahl.
  6. Gegebenenfalls lässt sich nun auch die Anbindung an ein Preisvergleichsportal in die Wege leiten. Der Anbieter idealo bietet während der Corona-Krise eine sogenannte Starthilfe für Händler, die auch ein eigenes Ladengeschäft betreiben und auf der Preisvergleichsplattform gelistet werden möchten. Und wer seinen Kunden Sofortkauf in idealo bieten möchte, braucht dafür die passende Extension – so wie unseren idealo Connector für Magento 1.
  7. Content generieren: Ausführliche Produktbeschreibungen, suchmaschinenoptimierte Kategorietexte oder informative Blog-Beiträge für Storytelling oder Content-Marketing.
  8. Sich intensiv mit dem Thema Newsletter-Marketing auseinandersetzen.
  9. Im Social Media Marketing (SMM) durchstarten.
  10. Und wer das alles schon erledigt hat, sollte zur Sicherheit noch einmal ganz genau kontrollieren, ob der Shop auch wirklich in jeder Hinsicht die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllt – und bei Bedarf entsprechende technische Maßnahmen in die Wege leiten.

Manches bleibt eben auch noch in diesen seltsamen und in mancher Hinsicht unerfreulichen Zeiten beim Alten: Genug zu tun gibt es allemal.

Dieser Beitrag wurde am von Splendid Internet veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.
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