Onlineshop SEO Visual Search

Onlineshop-SEO für Visual Search

Visuelle Suche, landläufig als Visual Search bezeichnet, wird ein immer wichtigeres Thema. Denn indem die Interaktion in Social Media – und darüber hinaus – zunehmend über Bildinhalte stattfindet, ändert sich das Nutzerverhalten grundlegend. So wird nicht mehr nur nach, sondern auch immer mehr anhand von Bildern gesucht. Wie das funktioniert, für wen das wichtig ist und was im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Websites und Onlineshops für Visual Search zu tun ist, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.


Inhalt

Was ist Visual Search?

Unter Visual Search wird die Online-Suche mithilfe von Bildinhalten verstanden. Das heißt, dass für die Suchanfrage weder Text noch ein Sprachbefehl eingegeben, sondern ein hochgeladenes Bild, ein Screenshot oder ein im Internet gefundenes Foto genutzt wird. Das Bild für die Suche wird – überwiegend von Smartphones aus – per App oder Browser an die Suchmaschine übertragen. Und wie bei einer herkömmlichen, textbasierten Suche auch, wird von der Suchmaschine eine Reihe von Ergebnissen geliefert, die im Rückgriff auf KI-Technologien auf den Inhalt und Kontext des eingegebenen Bildes zugeschnitten sind.

Wo liegen die Vorteile von Visual Search gegenüber Textsuche?

Visual Search mit Google

Visual Search mit Google

Nutzern bietet Visual Search eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, nach Dingen zu suchen, deren Namen oder konkrete Bezeichnung sie nicht oder nicht genau genug kennen – und die sich auch nicht ohne Weiteres umschreiben lassen. Während es in manchen Fällen noch möglich ist, dem Objekt des Interesses durch das Bildergebnis zu einer Textsuche näher zu kommen, so dass beispielsweise schon seit längerem in der Google Bildersuche zu den Bildinhalten passende Produkte zusammengestellt werden, funktioniert visuelle Suche noch intuitiver. Wer auf einem Bild etwas sieht, was ihm gefällt, kann es sich über dieses Bild ganz bequem heraussuchen lassen. Und wer abseits vom Bildschirm auf etwas stößt, macht ein Foto davon und füttert damit die Suchmaschine, um zu erfahren, wo es das zu kaufen gibt. Zwischen dem Entdecken offline und dem Bestellen online liegt damit praktisch nur noch ein Schnappschuss.

Im Vergleich zur “normalen” Suche über einschlägige Begriffe ist visuelle Suche in vielen Anwendungsfällen jedoch nicht nur viel intuitiver, sondern auch weitaus genauer. Denn während das Beschreiben und Umschreiben von bestimmten Gegenständen oder Orten bereits von Mensch zu Mensch oft nicht ganz einfach ist, stößt es in der Interaktion mit einer Suchmaschine schnell an seine Grenzen. “Die Schuhe, die X am Tag Y getragen hat” wird Google so nicht finden können. Und wenn dem Suchenden dann nicht viel mehr zur Verfügung steht als “weiße Sneakers aus Kunstleder” wird das Unterfangen zu einer Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Aber mit einem Bild von der Person mit genau diesen Schuhen wird er im Handumdrehen exakt das gewünschte Ergebnis erhalten – und kann direkt zur Shopbestellung übergehen.

Visual Search und Voice Search im Vergleich

Nachdem Suche im Internet seit den Anfängen für lange Zeit ausschließlich über Texteingabe funktionierte, gibt es mit der Möglichkeit für Suchanfragen über gesprochene Sprache, Voice Search, bereits seit längerer Zeit eine Alternative. Diese Suchmethode ist den Kinderschuhen mittlerweile entwachsen, was sich über Visual Search noch nicht ganz sagen lässt. Voice Search ermöglicht durch Smart Home Assistenten und andere Geräte auch Anfragen ganz ohne Tastatur oder Bildschirm, was ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist. Allerdings eignet sich die Sprachsuche eher für weniger komplexe Suchanfragen wie einfache Fragen zum Wetter, zu Veranstaltungen oder zu Preisen für bestimmte Produkte. Was über Voice Search gesucht wird, ließe sich dabei aber immer auch per Texteingabe suchen. Hier ist der neue Suchweg also nur etwas bequemer. Visual Search dagegen kommt genau dann ins Spiel, wenn sich eine Suchanfrage verbal nicht mehr fassen und formulieren lässt.

Für wen ist das ein Thema?

Für Betreiber von Websites ist das Thema Visual Search nur in bestimmten Branchen wichtig. Aber im Bereich E-Commerce ist visuelle Suche potenziell für alle ein Thema. Speziell für Mode, Inneneinrichtung und Tourismus ist Visual Search bereits jetzt ein wichtiger Faktor. Und es ist davon auszugehen, dass künftig immer mehr Nutzer immer häufiger über Bildinhalte suchen und über die erhaltenen Suchergebnisse Käufe abschließen werden. Shopbetreiber sollten daher genau prüfen, wie gut sie im Hinblick auf visuelle Suchanfragen aufgestellt und im Bereich SEO für visuelle Suchanfragen über die unterschiedlichen Kanäle vorbereitet sind.

Welche Möglichkeiten gibt es für Suche anhand von Bildern?

Visual Search funktioniert im Browser oder mithilfe von Apps. Neben der normalen Such-App von Google gibt es als Nachfolger des 2018 eingestellten Google Goggles nun Google Lens mit erweiterten Möglichkeiten für die visuelle Suche nach Informationen zu Dingen vor der Smartphone-Kamera. Ähnlich funktionieren auch Pinterest Lens und Amazons neuer Dienst StyleSnap für das visuelle Suchen von Mode-Artikeln. In ihren Browsern bieten Google und Microsoft die umgekehrte Bildersuche in den Suchmaschinen Google beziehungsweise Bing komfortabel im Kontextmenü an. Auf Desktop-Geräten steht so nach einem Rechtsklick in Chrome die Funktion “Mit Google nach Bild suchen” zur Verfügung. Ein weiterer Anbieter für die umgekehrte Bildersuche ist TinEye.

Visuelle Suche bei Bing

Die visuelle Suche bei Bing stellt vier Möglichkeiten zur Verfügung, nach Bildern zu suchen.

Bildersuche bei Google

Bildersuche bei Google (Desptopansicht)

Welche Technologien stecken hinter Visual Search?

Visuelle Suche bei Bing

So funktioniert die visuelle Suche vom Smartphone bei Bing

Visuelle Suche bietet bahnbrechende Möglichkeiten, die auf hochentwickelten Technologien basieren. Wo als Suchanfrage nur noch ein aus Pixeln bestehendes Bild zur Verfügung steht, muss durch die jeweilige Suchmaschine schnell und präzise erkannt werden, was genau darauf zu sehen ist. Es muss erfasst werden, worauf dabei der Fokus liegt und was mit dieser Suchanfrage gemeint sein könnte. Erst im Anschluss an das Ermitteln von Texturen, Formen und weiteren sichtbaren Informationen auf der Grundlage von den Farb- und Helligkeitswerten der Bildpunkte durch künstliche Intelligenz können die extrahierten Bildinhalte analysiert und mit anderen Bildern verglichen werden. Die gewonnenen Informationen werden dabei von neuronalen Netzen zur Konzeptualisierung und Kategorisierung genutzt. Das ist Maschinenlernen auf – derzeit – höchstem Niveau.

Welche Rolle spielt Pinterest im Bereich visuelle Suche?

Visual Search bei Pinterest

Visuelle Suche bei Pinterest

Dass Google auch im Bereich visuelle Suche der Platzhirsch ist, überrascht wohl niemanden. Aber auch Pinterest ist in diesem Feld sehr gut aufgestellt. Dank der intelligenten Zusatzfunktionen Rich Pins lassen sich Bilder mit Zusatzinformationen versehen: Rezepte mit Zutatenlisten, Produkte mit Preis und Verfügbarkeit oder Artikel mit Autoreninfos. Zudem werden die Rich Pins mit einer Website verknüpft und aktualisieren Inhalte automatisch, wenn die Website aktualisiert wird. Für die visuelle Produktsuche bietet Pinterest damit sehr gute Möglichkeiten. Auch an dieser Stelle kommen wieder einmal strukturierte Daten prominent ins Spiel.

Für Händler gibt es mit den Shop the Look Pins noch eine weitere hochinteressante Zusatzfunktion. Damit lassen sich bei Mobilgeräten und auf dem Desktop bei zum Beispiel bei Modefotos Bildbereiche markieren. Mit einem Klick auf die mit einem weißen Punkt versehene Stelle, lassen sich dann weitere Infos zu den Einzelteilen aufrufen zu können. Mit dieser Werbemöglichkeit lassen sich ebenso Produkte aus den Bereichen Einrichtung und Wohnen für das Entdecken und Kaufen im Anschluss an die visuelle Suche perfekt aufbereiten.

An welchen SEO-Stellschrauben müssen Händler jetzt drehen?

Bereits im Sommer 2018 hat Google im Rahmen eines Updates der Bildersuche insbesondere Shopbetreiber darauf hingewiesen, dass viele unter ihnen die Anstrengungen im Bereich Bilder-SEO intensivieren sollten. Im Zusammenhang mit den fortwährend weiterentwickelten technischen Möglichkeiten von Visual Search und den daraus erwachsenden potenziellen Umsatzsteigerungen für Shopbetreiber lässt sich das nur noch einmal unterstreichen. Aber worauf kommt es dabei an?

  • Sprechende Dateinamen sind ein wichtiger Faktor für Bilder-SEO. Google zieht beim Crawlen von Shops und Websites die Namen der Bilddateien heran, um den Inhalt von Bildern möglichst genau ermitteln zu können. Hier ist anrichte-buche-massivholz.jpg ein gutes Beispiel – und IMG_009845.JPG ein schlechtes. Auch der Dateipfad sollte möglichst ohne Abschnitte ohne erkennbaren Sinn auskommen, was jedoch beispielsweise beim Bilder-SEO für Magento aus technischen Gründen schwierig ist.
  • Strukturierte Daten liefern zusätzliche Informationen, die Google bei der Einordnung bestimmter Typen von Inhalten der Website helfen, so dass diese bei entsprechenden Suchanfragen signifikant besser ranken und in den Suchergebnissen optimiert dargestellt werden können. Das Potenzial von strukturierten Daten im Onlineshop SEO, das sei an dieser Stelle noch einmal betont, ist immens.
  • XML-Sitemaps für Bilder helfen Bots, Bilder besser zu finden.
  • Alt-Tags müssen mit einem aussagekräftigen Alternativ-Text für das Bild mit Keyword enthalten.
  • Title-Tags müssen eine ebenso aussagekräftige Bildbeschreibung enthalten.
  • Bildunterschriften müssen Aufschluss darüber geben, was auf dem Bild zu sehen ist und welcher Suchbegriff das am besten beschreibt.
  • Der jeweilige Kontext der Bilder, die sie umgebenden Textinhalte sollten möglichst genau zum Bildinhalt passen.
  • Exif-Daten mit geografischen Standortdaten sollten in Fällen von eindeutig verorteten Bildinhalten (zum Beispiel bei Bildern von Gebäuden oder bestimmten Orten) angegeben werden.
  • Hohe Bildqualität hilft beim Erkennen und Einordnen des Bildinhalts, wobei – im Hinblick auf die Performance – selbstverständlich die Dateigröße nicht aus dem Blick geraten darf.
  • Gute Bildkompression sorgt für schnelle und reibungslose Übertragung der Bilder.
  • Gängige Seitenverhältnisse wie 4:3 und 16:9 werden von Google besonders goutiert.
  • Backlinks und die Einbindung auf mehreren Seiten signalisieren, dass es sich um Bilder von besonderer Relevanz handelt.

Der aktuelle Stand und etwaige Verbesserungsmöglichkeiten lassen sich im Onlineshop SEO für Bilder mit Google Analytics analysieren.

Dieser Beitrag wurde am von Splendid Internet veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.

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