Magento Bilder SEO

Die unterschätzte Herausforderung: Bilder-SEO in Magento

Das Thema Bilder-SEO für Magento Onlineshops wird zwar immer wieder im Rahmen von allgemeinen SEO-Überlegungen behandelt. Aber technisch bleiben die Ausführungen und Empfehlungen zur Optimierung der Produktbilder für die Google Bildersuche bislang oberflächlich und unvollständig. Das ist bedauerlich, denn immerhin hat Magento (auch Magento 2) in diesem Bereich eine große Schwachstelle – und zum anderen lassen sich die daraus resultierenden Probleme durch ein paar gezielte Maßnahmen beheben, so dass die Bildersuche schon bald dank Spitzenplatzierungen zu einem wichtigen Lieferanten für Traffic wird. Daher erklären wir in diesem Beitrag, worin genau die Bilder-SEO-Problematik in Magento besteht, und was man dagegen tun muss.

Wie wird das Thema Bilder-SEO üblicherweise behandelt?

Immer wieder wird auf die Herausforderungen, denen sich Shopbetreiber im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung von Produktbildern stellen müssen, eingegangen. Dabei beschränken sich die Empfehlungen dann im Wesentlichen auf drei Punkte: Ein Produktbild Bild sollte qualitativ hochwertig aber für kurze Ladezeiten kompakt komprimiert sein, der Dateinamen sollte das Produkt (und die jeweilige Produktvariante) klar kennzeichnen und auch der Alt-Tag sollte neben dem Produktnamen wichtige Attribute wie die Farbe und eventuell die EAN enthalten. Das ist alles richtig. Aber es reicht nicht für wirksames Bilder-SEO in einem Magento Shop. Beziehungsweise: Alle Bemühungen um Bilder-SEO können immer wieder durchkreuzt werden, wenn ein grundlegendes Problem in der Verarbeitung von Produktbildern in Magento nicht angegangen wird. Und dieses Problem liegt in Magentos Bilder-Cache Funktionalität.

Worin besteht das grundsätzliche Problem mit Bilder-SEO in Magento?

Qualitativ hochwertige Produktbilder sind für den Erfolg eines Onlineshops unerlässlich. Und auch kurze Ladezeiten für Kategorie- und Produktseiten sind für die User Experience sehr wichtig. Daher bietet Magento die Möglichkeit, ein – je nach auf dem Server eingestellter maximaler Upload-Dateigröße – hochauflösendes Produktbild hochzuladen, aus dem dann – je nach Theme-Vorgaben und Konfigurationseinstellungen – ein Thumbnail, ein kleines Produktbild und ein großes Produktbild generiert werden. Der Pfad des hochgeladenen Originalbilds hat diese Form:

/media/catalog/product/d/a/dateiname.jpg

Die daraus generierten Bilder für den Einsatz im Frontend werden in bestimmten Cache-Verzeichnissen vorgehalten. Im Falle von Änderungen an den Bildereinstellungen oder nach dem Leeren des Bilder-Caches werden sie verworfen und automatisch neu generiert. Die entsprechenden Bildpfade haben dann ungefähr diese Form:

/media/catalog/product/cache/1/thumbnail/75x75/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/d/a/dateiname.jpg

/media/catalog/product/cache/1/small_image/295x295/9df78eab33525d08d6e5fb8d27136e95/d/a/dateiname.jpg

/media/catalog/product/cache/1/image/1800x/040ec09b1e35df139433887a97daa66f/d/a/dateiname.jpg

Unter SEO-Gesichtspunkten ergibt sich aus der Art und Weise, wie Magento diese automatisierte Bebilderung des Shops im Dateisystem umsetzt, jedoch eine schwerwiegende Problematik. Denn im Index der Google Bildersuche werden ja nicht die Bilder als solche gelistet, sondern deren URLs. Und wenn die Bild-URLs des gesamten Shops sehr volatil sind, da sie sich nach Änderungen (zum Beispiel an den Wasserzeichen-Einstellungen) oder nach dem Leeren des Caches mit den Produktbildern allesamt ändern, kann unter dem von Google indizierten Bildpfad, der zum Beispiel den Hash 040ec09b1e35df139433887a97daa66f enthält, fortan kein Bild mehr angezeigt werden. Dieses Bild wird daher schon sehr bald aus dem Index verschwunden sein und die neu generierte Fassung wird einige Zeit brauchen, um ein vernünftiges Ranking zu erreichen – wenn sie inzwischen nicht ebenfalls wieder verworfen und durch eine – möglicherweise vollkommen pixelidentische, aber eben an einem anderen Ort gespeicherte Version des Bildes ersetzt wird. Zudem ist nicht bekannt, ob nach dem Leeren des Bilder-Caches das Generieren der neuen Produktbilder bereits durch den Google Crawler ausgelöst wird, oder ob Google unter der neuen URL eine leere Seite ausgeliefert bekommt.

Dabei ist es nicht grundsätzlich problematisch, dass mit automatisch generierten Bildern unter entsprechenden veränderbaren Pfaden gearbeitet wird. Ein Thumbnail etwa ist für die Google Bildersuche nicht relevant und sollte mit seiner geringen Auflösung auch gar nicht allzu prominent im Index vertreten sein. Der Kern des Problems liegt darin, dass in Magento Produktseiten standardmäßig kein einziges Produktbild mit festem Pfad verlinkt ist – obwohl für jedes Produkt ein solches Bild hochgeladen worden und ständig auf dem Server verfügbar ist. Und dieses folgenschwere Problem besteht in Magento 2 weiterhin.

Wie schwerwiegend ist das Problem mit den veränderlichen Bildpfaden?

Im Hinblick auf das Ranking der Produktbilder eines Magento Shops in der Google Bildersuche wiegt die oben beschriebene Problematik sehr schwer. Das ist für Shops je nach Sortiment unterschiedlich relevant. Wer Hardware-Komponenten verkauft, wird kaum nennenswerten Traffic und wertvolle Umsätze über Klicks aus der Bildersuche generieren. Aber in Bereichen wie Mode, Schmuck, Möbel oder Lifestyle kann die Bildersuche zu einem enorm wichtigen, lukrativen und dabei kostenlosen Trafficlieferanten werden.

Magento Bilder-SEO Best Practices

Während die bezahlten Google Shopping-Ergebnisse rechts in diesem Beispiel – mit einer Ausnahme – ausschließlich aus billiger Massenware bestehen, erscheinen Abbildungen von passenden, höherpreisigen Produkten als Ergebnisse aus der Google Bildersuche sehr prominent direkt unterhalb der teuren oberen Anzeigenplätze – und zwar kostenlos.

Magento Bilder-SEO Best Practices

In diesem Beispiel treten die Ergebnisse aus der Google Bildersuche in direkte Konkurrenz mit den Google Shopping-Ergebnissen und können als Blick- und Klickfang wirken. Die Anzeige zwischen beiden Bilder-Bereichen wird derweil kaum mehr wahrgenommen.

Onlineshops, die auch und vor allem oder sogar ausschließlich Produkte aus solchen Bereichen anbieten, macht Magento mit seinen SEO-feindlichen Bildpfaden in Bezug auf die Google Bildersuche einen dicken Strich durch die Rechnung – und zwar immer wieder aufs Neue, sobald Grundeinstellungen zu den Bildern geändert werden oder der Cache mit den Produktbildern geleert wird. Das ist ein sehr ernstzunehmendes Problem, das Shopbetreiber unbedingt angehen sollten, wenn sie dauerhaft Klicks und Verkäufe über die Google Bildersuche generieren wollen.

Wie bekommt man dieses Problem in den Griff?

Damit die Produktbilder über die organischen Suchergebnisse der Google Bildersuche Traffic und Klicks generieren, muss – neben den üblicherweise angeführten SEO-Empfehlungen vor allem eine Voraussetzung erfüllt sein: Das Originalbild mit festem Pfad muss im Frontend, also in der jeweiligen Produktseite, verlinkt sein. Zwar ließe sich alternativ auch eine gesonderte Bildersitemap bereitstellen, diese Lösung ist aus SEO-Sicht aber nicht zu empfehlen. Zwar bekäme Google auf diese Weise zu allen Produkten stabile Bildpfade, was schon einmal sehr wertvoll wäre. Aber zu den Bildern würde jeweils der Kontext fehlen, den Google sich nämlich aus den Inhalten, die in der Website um ein Bild herum zu finden sind, erschließt und in seine Einordnung und Bewertung des Bildes für die Bildersuche mit einbezieht. Und vor allem würde es zu den Produktbildern keinen entsprechenden Link “Website mit diesem Bild” geben, so dass der vom Shopbetreiber gewünschte Traffic seinen Weg in den Shop kaum finden könnte. Best Practice in Bezug auf die Google Bildersuche wäre also die Verlinkung einer auf das passende Maß skalierte Variante des Originalbilds, die mit festem Pfad im Dateisystem liegt, als kleines Produktbild (small_image) in der Produktseite. Für die User-Experience wäre es zudem sehr gut, die hochaufgelöste Originaldatei als Zoom-Bild zu verlinken. Hier könnten dann Crawler bei Bedarf per robots.txt ausgeschlossen werden, damit die Originalbilder nicht etwa unerwünschterweise in den Google Index gelangen, wo sie durch Mitbewerber oder andere Unbefugte gefunden und für eigene Zwecke verwendet werden könnten.

Bislang wird das nur in sehr wenigen Magento Shops umgesetzt. Eine Extension zu diesem Zweck (“Image Permalink”) gab es früher für inzwischen hoffnungslos veraltete Magento Versionen und der Hersteller einer weiteren Erweiterung, die diese Funktionalität verspricht, (“MageCat”) ist derzeit offline. Es wird also jeweils eine individuelle Lösung zu finden sein.

Was alles ist für Bilder-SEO in Magento also zu tun?

Zudem gibt es natürlich weitere Best Practices für wirksames Bilder-SEO in Magento, die – anders als die oben geschilderten Probleme – immer wieder beschrieben werden. Hier eine nach Priorität sortierte Auflistung der vorzunehmenden Maßnahmen.

  1. Auf der Produktseite sollte das kleine Produktbild grundsätzlich ein unter einem festen Pfad gespeichertes Bild sein, also nicht aus dem Cache geladen und (zumindest potentiell) von Zeit zu Zeit gelöscht und durch ein anderes Bild ersetzt werden. Nur ein Bild mit einem festen Pfad kann dauerhaft in der Google Bildersuche gerankt werden und eine Spitzenposition erreichen. Daher ist dieser Punkt von größter Bedeutung für wirksames und nachhaltiges Bilder-SEO.
  2. Im Alt-Tag zu einem Produktbild sollten sich ebenfalls die zentralen Begriffe zur genauen Identifikation des Produktes wiederfinden. Er enthält standardmäßig den Inhalt des Feldes “Beschreibung”, kann aber auch – per Extension – direkt mit dem Produktnamen befüllt werden. (Auch der Title-Tag kann per Extension mit entsprechenden Informationen befüllt werden, wobei anzumerken ist, dass diesem von Google mittlerweile weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem Alt-Tag, so dass der Title nur mehr allein als Tooltip für die User Experience relevant ist.)
  3. Bilder sollen über eine sitemap.xml an Google übermittelt werden
  4. Der Dateiname ist wichtig für Bilder SEO, wie Matt Cutts von Google bestätigt. Er muss die wesentlichen Begriffe zum jeweiligen Produkt enthalten, die mit Bindestrichen (“-”) und nicht etwa mit Unterstrichen “_”) aneinanderzureihen sind. Der Dateiname sollte dabei so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein. (Hierfür gibt es Extensions wie Nicer Image Names, die in der Praxis allerdings nicht immer zu idealen Ergebnissen führen.)
  5. Wenn zusätzliche Marketing-Kanäle wie Google Shopping, Produktfeeds oder eine Recommendation Engine genutzt werden, sollten zudem alle Bilder im Seitenverhältnis 1:1, unbeschnitten und in hoher Qualität bereitgestellt werden.

Grundsätzlich gilt: Da Google noch nicht genau und sicher erkennen kann, was auf einem Bild zu sehen ist, findet Bilder-SEO nicht zuletzt im Kontext statt, wie Matt Cutts erläutert. Neben einem sauberen Bildpfad und einem konsequent optimierten Dateinamen sollte das gesamte Umfeld des Bildes Googles Bemühungen um das “Erkennen durch Kontextualisierung” Rechnung tragen: Wenn der Alt-Tag sowie der übrige die Bilddatei umgebende Kontext (tabellarische Informationen, Beschreibungstexte und anderes) übereinstimmende und möglichst genaue Informationen über das Produkt auf dem Bild versammeln, kann Google das Bild so sicher wie möglich ein- und zuordnen. Und genau das führt am Ende zu hervorragenden Rankings in der Google Bildersuche. In dieser Hinsicht gilt nach wie vor, was Matt Cutts bereits 2007 sehr anschaulich erklärt hat.

Fazit

Für wirksames und nachhaltiges Bilder-SEO in Magento ist die Verlinkung von Produktbildern mit festem Pfad in den Produktseiten unerlässlich. Nur auf diese Weise kann verhindert werden, dass die Rankings in der Google Bildersuche nach jedem Leeren des Caches oder nach Änderungen an der Konfiguration der Bilder massiv einbrechen.

Allerdings gibt es in dieser Angelegenheit weder eine komfortable Extension-Lösung, noch ein Patentrezept, das für jeden Betreiber eines Magento Shops brauchbar wäre. Konkrete Handlungsempfehlungen lassen sich letztlich nur im Einzelfall, nach einer eingehenden Bestandsaufnahme geben. Wird der Shop neu entwickelt oder befindet er sich im laufenden Betrieb? Werden eigene Produktbilder angefertigt oder Herstellerbilder verwendet? Werden die Bilder über einen Importer in den Shop geladen oder über das Admin-Panel eingepflegt? Die Antworten auf diese und weitere Fragen zu Infrastruktur und Workflow des Shops entscheiden letztlich darüber, welcher Lösungsweg der geeignetste ist und welche einmaligen Maßnahmen und wiederkehrenden Arbeitsschritte umzusetzen sind.

Gern beantworten wir Ihre Fragen zu diesem Thema und beraten Sie bei Bedarf!

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