Quadratische Produktbilder

Perfekte Produktbilder für alle Marketingkanäle

Viele Shopbetreiber haben das Problem, dass ihre Produktbilder im Shop zwar ganz hervorragend aussehen, aber in anderen Marketing-Kanälen wie Google Shopping oder Facebook Ads ungünstig beschnitten und skaliert werden, so dass sie neben der Konkurrenz eine ziemlich schlechte Figur machen. Die Ursache dieses Problems liegt eindeutig in der Verarbeitung der Bilder für den jeweiligen Marketingkanal – die Lösung dafür ist allerdings im Shop selbst zu suchen. Wir erklären, was man für perfekte Produktbilder in allen Marketingkanälen tun muss.

Worin genau besteht das Problem?

Für Produktfeeds, die beispielsweise Google Shopping oder Facebook Ads bedienen, sowie für Recommendation Engines werden grundsätzlich Produktbilder mit normalisiertem Seitenverhältnis benötigt – und zwar möglichst 1:1, also so breit wie hoch. Während moderne Shopsysteme wie Magento die Bilder ohnehin in die für das Frontend-Layout vorgegebenen Größen skalieren und dabei je nach Theme auch in einer quadratischen Bildfläche zentrieren, werden diese automatisierten Operationen in unterschiedlichen zusätzlichen Verkaufskanälen wie Google Shopping jeweils durch den Anbieter des Dienstes – und zwar leider unterschiedlich schlecht ausgeführt.

Das heißt im schlimmsten Fall, dass beispielsweise in den Marketingkanälen wie Facebook oder Google Shopping schlecht skalierte (unscharfe) Produktbilder mit einem automatisch und daher in den allermeisten Fällen ungünstig gewählten Bildausschnitt angezeigt werden. Das kann zum Beispiel bei Uhren dazu führen, dass oben und unten diejenigen Teile des Bildes abgeschnitten werden, in denen sonst das Armband zu sehen wäre.

Screenshot quadratische Produktbilder

In diesem Screenshot ist deutlich zu erkennen, dass die drei linken Google Shopping-Ergebnisse am oberen und unteren Rand teilweise beschnitten wurden, während das Produktbild ganz rechts schlecht skaliert und das Uhrenarmband darauf sogar überhaupt nicht mehr zu sehen ist. Das ist der absolute Worst Case – zumal unmittelbar links davon zwei absolut mustergültige Produktbilder glänzen.

Aber das Problem besteht nicht nur im Hinblick auf Uhren und andere längliche Artikel. Das Seitenverhältnis der Produktbilder ist für alle Arten von Produkten ein wichtiges Thema, sobald sie auch über Kanäle vermarktet werden sollen, für die das Bildmaterial auf der Grundlage der im Shop gespeicherten Originalbilder automatisch erzeugt wird. Google bietet zwar die Möglichkeit, um die Deaktivierung der automatischen Zuschnittfunktion zu bitten, aber wer das tut, muss absolut sicher sein, dass seine Produktbilder auch wirklich optimal für Google Shopping aufbereitet sind.

Und wie sieht die Lösung aus?

Es gibt eine ganze Reihe von Bedingungen, die Produktbilder erfüllen müssen, um tatsächlich im Shop und in allen zusätzlichen Marketingkanälen perfekt auszusehen: das Seitenverhältnis, die Auflösung, die Formatierung – und nicht zuletzt das Motiv.

1. Das Seitenverhältnis

Optimal für den flächendeckenden Einsatz der Produktbilder ist ein Seitenverhältnis von 1:1, denn damit ist sichergestellt, dass die Bilder auch in zusätzlichen Marketingkanälen wie Produktfeeds, Google Shopping und Recommendation Engines perfekt aussehen. In Ausnahmefällen, wenn die quadratische Form für die Darstellung der Produkte ganz und gar ungeeignet sein sollte, kann auch auf 4:3 oder ein ähnliches “gemäßigtes” Seitenverhältnis ausgewichen werden – aber dann muss dieses Verhältnis von Höhe und Breite auch konsequent in allen Produktbildern Anwendung finden.

2. Die Auflösung

Auch die Auflösung spielt natürlich eine wichtige Rolle. Das Abwägen zwischen möglichst hoher Bildqualität und möglichst kurzer Ladezeit sollte jedem Shopbetreiber gut vertraut sein. Für die unterschiedlichen Marketingkanäle gelten jeweils wieder ganz eigene Vorgaben, wobei über die vergangenen Jahre eine allgemeine Tendenz zu immer höheren Auflösungen zu beobachten ist. Hier einige konkrete Empfehlungen:

  • Für Instagram Ads empfehlen wir eine Auflösung von 1080 x 1080 Pixeln. Wer Instagram über dynamische Facebook Ads (auf Basis eines Produktfeeds) bedient, sollte diese Anforderung erfüllen.
  • Für Facebook Ads (Karussell Ads) für dynamische Product Listing Ads (PLA) wird eine Auflösung von mindestens 600 x 600 Pixeln verlangt.
  • Bei Google sind die erforderlichen Mindestmaße erst kürzlich wieder angehoben worden, bleiben aber dennoch deutlich unter den Vorgaben von Facebook und Instagram. Am dem 1. September 2016 liegt die minimale Auflösung für Nicht-Bekleidungsartikel bei 100 x 100 Pixeln und für Bekleidungsartikel bei 250 x 250 Pixeln. Es ist jedoch nicht zu empfehlen, sich hier am Minimum zu orientieren. Google empfiehlt im Hinblick auf größeren Werbeerfolg und die Nutzung künftiger Anzeigenformate eine Auflösung von mindestens 800 x 800 Pixeln.

3. Die Formatierung: URL, Dateiname und Dateityp

Google hat zudem genaue Vorgaben für die Formatierung der Bilder für Produktfeeds formuliert, deren Berücksichtigung auch für andere Anbieter sinnvoll ist:

  • Zu empfehlen ist der Einsatz des Dateityps .jpg, alternativ können auch .png-Dateien eingesetzt werden.
  • Der Dateiname sowie die gesamte Bild-URL sollten nach Möglichkeit keine anderen Zeichen als die Kleinbuchstaben “a” bis “z”, die Zahlen “0” bis “9” sowie Bindestriche “-” und gegebenenfalls Unterstriche “_” enthalten.
  • Die URLs der Bilder sollten stabil sein, also nicht in Cache-Verzeichnisse oder Ähnliches verweisen. Zudem sollte die URL nur dann verändert werden, wenn sich das Bild eines Produkts tatsächlich geändert hat – insbesondere, wenn ein CDN (Content Delivery Network) eingesetzt wird.

4. Das Motiv

Das Hauptproduktbild, das auch für die einzelnen Produktdaten-Feeds verwendet wird, sollte das Produkt vollständig und als zentrales Motiv vor einem neutralen (z. B. weißen oder hellgrauen) Hintergrund darstellen, und zwar ohne jede Form von Inszenierungen, Wasserzeichen, nachträglich gesetzten Beschriftungen oder Hervorhebungen.
Außerdem ist es sehr zu empfehlen, im Shop neben dem neutralen Hauptproduktbild auch weitere Detailansichten oder Aufnahmen des Produkts aus anderen Blickwinkeln zu veröffentlichen. Das steigert die Conversion-Rate. Lebensechte Fotografien von Produkten kommen bei Kunden besser an, zumal wenn das Produkt auf ihnen im Kontext zu sehen ist, beziehungsweise benutzt wird. Beispiele hierfür sind die Abbildung einer am Arm getragenen Armbanduhr, ein Sofa, das als Teil eines ganzen Interieurs in Szene gesetzt ist oder Kleidung, die von echten Modellen präsentiert wird wie bei Zalando.

Gerade für Shops mit großem Sortiment können die entsprechenden Anpassungen am vorhandenen Bildmaterial sehr viel Arbeit bedeuten – oder das Einbinden eines Entwicklers für die automatisierte, stapelweise Bearbeitung der Bilder per Skript erfordern.

Fazit

Wenn zusätzliche Marketing-Kanäle wie Produktfeeds für Google Shopping, Facebook Ads oder Recommendation Engines genutzt werden, sollten alle Produktbilder unbeschnitten und in hoher Qualität in einem Seitenverhältnis von 1:1 und in einer für den jeweiligen Kanal optimalen Auflösung bereitgestellt werden. Wer mehrere Marketingkanäle parallel nutzt oder dies möglicherweise in Zukunft vorhat, sollte sich am höchsten Mindeststandard orientieren, um die Bilder in einer einzigen Auflösung für alle Kanäle bereitzustellen. Um angesichts der steigenden Tendenz in den Anforderungen an die Bildauflösung auch künftig auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir eine Auflösung von 1080 x 1080 Pixeln. Wer eine noch bessere Auflösung liefern will, sollte unbedingt die Dateigröße im Auge behalten. Und auch die technischen Details vom Dateiformat bis zu den in Dateiname und URL verwendeten Zeichen sollten genau überprüft werden. Zudem ist es empfehlenswert, im Shop Produktbilder einzubinden, die über die standardisierte, neutrale Frontalansicht hinausgehen.

Wer plant, seine Produktbilder aus diesem Grund vollständig zu überarbeiten, sollte in Erwägung ziehen, ob es sinnvoll wäre, die entsprechenden Maßnahmen mit dem Beheben der Problematik, die wir in unserem Beitrag zum Problem mit veränderlichen Bild-Pfaden in Magento beschrieben haben, zu verbinden. Im Ergebnis würden dann Produktbilder mit quadratischem Seitenverhältnis unter festen Pfaden auf dem Server vorgehalten. Dieses optimierte Material könnte dann sowohl im Shop-Frontend als auch in anderen Marketingkanälen optimal eingesetzt werden.

Wenn Sie bereits zusätzliche Marketing-Kanäle nutzen oder dies planen und ihre Produktbilder noch nicht dafür optimiert haben, beraten wir Sie gern individuell zu diesem Thema!

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