Google Rich Cards · © Google

Sollten Onlineshops auf Google Rich Cards bauen?

Strukturierte Daten sind schon seit längerer Zeit ein wichtiges Mittel im Kampf um die besten Platzierungen in den Google Suchergebnissen. Mit Rich Cards hat Google nun einen neuen Standard vorgestellt, mit dem die wichtigsten Informationen vor allem in der Suche über mobile Endgeräte noch übersichtlicher dargestellt werden, wodurch sie noch schneller erfassbar sein sollen. – Finden also bald immer mehr Kunden über Google Rich Cards den Weg zum passenden Produkt?

Was genau sind Google Rich Cards?

Google Rich Cards ist ein neuer Standard für die Darstellung von strukturierten Daten in den Google Suchergebnissen. Sie sind als Weiterentwicklung von Rich Snippets anzusehen. Neu an Rich Cards ist die grafische Anordnung der auf das Wesentliche reduzierten Ergebnisse. Während in Rich Snippets zwar bereits die wichtigsten Informationen (etwa Name, Kurzbeschreibung, Bewertungen und Preis eines Produkts) als Textschnipsel zusammengefasst und bebildert werden konnten, wurden die so aufbereiteten Suchergebnisse doch noch im gewohnten Listenlayout untereinander dargestellt. Mit den Rich Cards nimmt Google nun einen gezielten Vorstoß in die Horizontale vor und zielt dabei auf die Nutzer mobiler Endgeräte. Denn die Rich Cards werden als kompakte, rechteckige Elemente dargestellt, die darauf optimiert sind, dass Bild und Text auf einen Blick erfasst werden können. Dank der Anordnung in einem Karussell kann der Nutzer sie durch horizontales Wischen rasch durchsehen, ohne sich auf engstem Raum mit Scrollen und Lesen beschäftigen zu müssen. Für längere Textschnipsel ist in Rich Cards kein Platz mehr.

Wie genau funktionieren Rich Cards?

Visuell funktionieren Google Rich Cards ganz einfach. Sie organisieren extrem komprimierte Informationen und ein möglichst ansprechendes oder aussagekräftiges Bild in einer kleinen Fläche (Allgemeines zum “Cards”-Ansatz im Design von Benutzeroberflächen: https://dzone.com/articles/implementing-card-ui-pattern). Damit sind sie besonders schnell zu erfassen und sehr intuitiv zu bedienen. Von dieser Orientierung auf ein anderes Rezeptionsverhalten einmal abgesehen, unterscheiden sich Rich Cards jedoch kaum von den Rich Snippets. In technischer Hinsicht ändert sich mit dem Schritt von den Snippets zu den Cards also sehr wenig. Beide Standards setzen auf strukturierte Daten, wobei für das Bereitstellen verlinkter strukturierter Daten weiterhin schema.org zum Einsatz kommt und die Verwendung der JSON-LD Technologie von Google nachdrücklich empfohlen wird. Der Umstieg von Rich Snippets auf Rich Cards ist daher sehr einfach, wobei zu betonen ist, dass der Rich Cards Ansatz problemlos parallel zum bestehenden Markup für strukturierte Daten eingesetzt werden kann.

Test Tool für strukturierte Daten

Für unterschiedliche Bereiche (etwa News, Produkte, Rezepte) hat Google unterschiedliche Ansätze in Sachen Markup und grafische Aufbereitung entwickelt, die man sich in einer kommentierten Übersicht ansehen kann. Und damit eigene strukturierte Daten komfortabel angelegt und getestet werden können, hat Google ein praktisches Test-Tool für strukturierte Daten bereitgestellt. Wer schließlich Google Rich Cards auf seiner Website oder in seinem Shop einsetzt, kann künftig zudem in einem neuen Bereich in der Google Search Console (zu finden in der Kategorie „Darstellung der Suche“) sehr komfortabel nachvollziehen, wie viele fehlerhafte beziehungsweise fehlerfreie Rich Cards er aktuell bereitstellt und bei wie vielen der Elemente noch Verbesserungen möglich sind.

Welche Rolle spielen Rich Cards im E-Commerce?

Noch spielt Googles Rich Cards Standard im E-Commerce keine Rolle. Aber das wird sich wohl schon sehr bald ändern. Noch sind die neuartigen Kärtchen auf englischsprachige Suchergebnisse in der mobilen Suche über google.com in den Bereichen Rezepte und Filme beschränkt. Aber dabei wird es Google sicherlich nicht sehr lang bewenden lassen. Im News-Bereich wird man schon bald neben der AMP Technologie für beschleunigte Mobilseiten auch auf Rich Cards bauen müssen, um einen Platz im Top-Carousel zu ergattern. – Und im E-Commerce? Hier liegen die Dinge schon etwas komplizierter. Denn immerhin würden organische Suchergebnisse, die als Rich Cards dargestellt werden, den ähnlich aufgemachten und angeordneten, allerdings kostenpflichtigen Google Shopping Ergebnissen direkte Konkurrenz auf der Suchergebnisseite machen. Es bleibt also noch abzuwarten, welche Veränderungen im Bereich Online-Shopping die Einführung von Rich Cards möglicherweise begleiten werden.

Wann werden Rich Cards für Shopbetreiber wichtig?

Bereits in den kommenden Monaten dürfte der Rich Cards Standard weltweit eingesetzt und auch im Bereich E-Commerce eingeführt werden. Daher sollten Shopbetreiber umgehend reagieren und Rich Cards für ihre Produkte implementieren. Wer bereits Rich Snippets einsetzt, wird mit der Umstellung relativ wenig Aufwand haben. Dabei ist jedoch zu empfehlen, bereits jetzt mit der Implementierung von Rich Cards zu beginnen, um gleich an der Spitze des Feldes zu starten, wenn Google in naher Zukunft mit der Anzeige von Rich Cards in den Suchergebnissen beginnt. Und wer noch überhaupt keine strukturierten Daten einsetzt, sollte die Einführung von Rich Cards dafür nutzen, diese Lücke in seinem Marketingkonzept endlich zu schließen und dabei gleich auf das neue Markup setzen, um damit direkt durchzustarten.

Dieser Beitrag wurde am von veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.

2 Kommentare zu
Sollten Onlineshops auf Google Rich Cards bauen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

1 × 8 =