Google Page Experience Update 2021

Google Page Experience Update 2021

Im Juni 2021 wird Google das sogenannte Page Experience Update durchführen. Damit wird die Zusammensetzung der Rankingfaktoren für die Suchergebnis-Listings neu geordnet. Faktoren, die bislang wenig oder keinen Einfluss auf die Rankings haben, sollen künftig stärker gewichtet werden. Im Kern geht es dabei – wieder einmal – um Benutzerfreundlichkeit, Bedienbarkeit, Sicherheit und nicht zuletzt Performance: Schnelle Seiten, die sich – insbesondere auf Mobilgeräten – einfach bedienen lassen, sollen bevorzugt werden. Wer seine Inhalte nicht sicher überträgt, perfekt bedienbar aufbereitet oder den ungeduldigen Nutzern nicht schnell genug ausliefert, wird das Nachsehen haben. Nach allem, was bisher über das in wenigen Monaten bevorstehende Update bekannt ist, dürfte es zu deutlichen Veränderungen in den Rankings führen.

Wie wichtig ist dieses Update und wie genau sieht der Zeitplan aus?

Dieses Update wird massive Auswirkungen haben. Während Google noch vor wenigen Jahren in unregelmäßigen Abständen durch unangekündigte Updates an seinen Algorithmen für regelrechte Erdbeben im Bereich SEO sorgte, ist der Konzern hinter der wichtigsten aller Suchmaschinen inzwischen dazu übergegangen, wichtige Updates mit einer gewissen Vorlaufzeit anzukündigen, damit alle Stakeholder genug Zeit haben, so weit möglich Vorkehrungen für die zu erwartenden Veränderungen zu treffen.

Das Google Page Experience Update wurde im Mai 2020 angekündigt. Ein halbes Jahr später stellte Google in der Search Central zufrieden fest, dass die Nutzung von Services zur Evaluation von Usability und Performance in der Folge signifikant gestiegen war. Obwohl die Welt fest im Griff der Corona-Pandemie war, folgte auf Googles Ankündigung die intendierte und erwartete Reaktion. So wurde denn auch gleich der – ungefähre – Termin für das Update festgelegt: Im Juni 2021 ist es so weit.

Wenn Google ein Update ein Jahr im Voraus ankündigt und erst nach einem halben Jahr fest terminiert, sollten alle, die sich für ihre Rankings in Suchmaschinen interessieren, das sehr ernst nehmen. Hier rollt etwas sehr großes auf die Online-Welt zu.

Was wird sich durch das Page Experience Update ändern?

Wer sich nicht rechtzeitig auf das Google Page Experience Update vorbereitet, dürfte im Frühjahr eine unangenehme Überraschung erleben. Die genauen Auswirkungen werden sich natürlich auch diesmal erst im Nachhinein ermessen lassen. Aber schon jetzt ist klar, dass die Vielzahl der weitreichenden Änderungen ausgesprochen viel in Bewegung bringen wird.

Quelle: developers.google.com

Neuordnung der Rankingfaktoren

Es gibt eine ganze Reihe von Rankingfaktoren, die bislang wenig oder keinen Einfluss auf die Positionen in Suchergebnissen hatten, die künftig jedoch stärker gewichtet werden sollen. Hinzu kommen werden weitere, von Google bislang nicht explizit benannte „Signale für die Nutzerfreundlichkeit von Seiten“ als neue oder stärker gewichtete Ranking-Faktoren.

Core Web Vitals

Der dickste Brocken in Googles Page Experience Update sind die sogenannten Core Web Vitals. Google ermittelt anhand dieser Messwerte sehr genau, wie die einzelnen Seiten einer Website oder eines Shops performen und bewertet sie entsprechend. Auf dieser Grundlage können Seiten – je nach Gerätetyp – einen SEO-Bonus für die Suchmaschinenoptimierung bekommen oder in den Rankings absinken. Google will damit darauf hinwirken, dass Nutzer Inhalte schnell angezeigt bekommen, dass sie nicht darauf warten müssen, mit der Seite interagieren zu können und dass sie nicht durch nachträgliches Umspringen der Darstellung während des Seitenaufbaus genervt werden:

  • Largest Contentful Paint (LCP)
    Wie viel Zeit vergeht, bis der Hauptcontent für den Nutzer sichtbar wird?
    Zielwert: weniger als 2,5 Sekunden
  • First Input Delay (FID)
    Wie schnell kann der Nutzer mit der Seite interagieren? (Ermittelt wird die Zeit zwischen erster Interaktion und der Browser-Reaktion.)
    Zielwert: weniger als 0,1 Sekunden
  • Cumulative Layout Shift (CLS)
    Wie sehr werden bereits sichtbare Elemente beim Ladevorgang nachträglich verschoben?
    Zielwert: weniger als 0,1 (Möglich sind Werte zwischen 0 und 1.)

Google behält sich Änderungen an den Bewertungskriterien für diese Messwerte vor. Die zur Optimierung nötigen Anpassungen sind technisch sehr anspruchsvoll und müssen in Abhängigkeit von der verwendeten Infrastruktur, der CMS- oder Shopsoftware und den ausgespielten Inhalten für jeden Fall individuell zugeschnitten werden. Zudem lassen sie sich für einen Shop oder eine Website nicht global durchführen, sondern müssen für jeden Seitentyp – genau genommen sogar für jede Seite – individuell ausgesteuert werden. Daher ist es sehr wichtig, spätestens jetzt damit anzufangen, die eigenen Seiten für Googles Core Web Vitals als Rankingfaktoren zu optimieren.

Optimierung für Mobilgeräte

Mobile Friendliness ist seit 2015 offiziell ein Rankingfaktor und seither immer wichtiger geworden. Das Page Experience Update wird auch als weiterer Schritt in diese Richtung angekündigt: Zu eng beieinander liegende Buttons und zu kleine Navigationselemente werden sich in Zukunft noch deutlicher negativ auf Rankings auswirken. Bereits im März 2021 wird Google seinen Index vollständig auf Mobile-first umstellen. Von diesem Zeitpunkt an werden ausschließlich Seiteninhalte berücksichtigt, die mobil zu sehen sind.

Safe Browsing

Schädliche Inhalte wie Malware oder betrügerische Angebote werden genauer erkannt und führen zu deutlichen Abstrafungen. Seriöse Anbieter müssen sicherstellen, dass Google sie aufgrund irreführender Signale nicht fälschlicherweise entsprechend sanktioniert.

HTTPS-Sicherheit

Seiten, die nicht per SSL/TLS verschlüsselt und statt über das Protokoll HTTPS noch immer über HTTP übertragen werden, bewertet Google in Zukunft noch kritischer als bislang. Wichtig ist, dass die verschlüsselte Übertragung erzwungen wird (per HTTPS-only-Eintrag in der .htaccess), damit der Googlebot Inhalte nicht weiterhin über eine ungesicherte Verbindung aufrufen kann, obwohl bereits ein gültiges SSL-Zertifikat bereitsteht.

Verzicht auf Interstitial-Nutzung

Störende Unterbrechungen (Interstitials) der Nutzererfahrung wie Werbebanner oder Newsletter-Anmeldeformulare, die über dem Content platziert werden, möchte Google auch nicht mehr sehen. Wer solche Elemente auf seinen Seiten einsetzt, muss sich darauf einrichten, dass die Rankings nach dem Page Experience Update empfindlich darunter leiden oder – und das ist ausdrücklich zu empfehlen – alle Störer dieser Art entfernen.

Kennzeichnung „guter“ Seiten in Suchergebnissen

Für die Suchergebnisseiten hat Google außerdem in Aussicht gestellt, dass Seiten mit guten Noten im Bereich „Page Experience“ für die Nutzer in besonderer Weise gekennzeichnet werden sollen. Wie genau das passieren soll, ist jedoch noch nicht klar.

Schlagzeilen auch für Seiten ohne AMP

Schlagzeilen sollen in Zukunft auch für Seiten ohne AMP angezeigt werden. Gleichwohl wird der Einsatz von AMP aufgrund guter Ergebnisse in der Nutzerfreundlichkeit weiterhin empfohlen.

Tools für das Monitoring der Page Experience

Wer seine Seiten auf das Page Experience Update vorbereiten will, muss zunächst einmal analysieren, welche konkreten Probleme bestehen. In der Google Search Console lässt sich anhand des Core-Web-Vitals-Berichts genau feststellen, bei welchen Seiten einer Website oder eines Shops Optimierungsbedarf besteht und welche der Seiten nach Googles Kriterien sehr schlecht performen. Dabei lassen sich Problemberichte für die einzelnen Faktoren LCP, FID und CLS gesondert ausgeben. Zusätzlich sollte der Bericht “Sicherheitsprobleme” in der Search Console sehr genau beachtet werden.

Mithilfe von Services wie web.dev (das auf Lighthouse basiert) und PageSpeed Insights können zudem aktuelle Messwerte für Seiten erhoben werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn bereits Maßnahmen zur Optimierung der Seiten ergriffen werden und es jeweils um den direkten Vorher-Nachher-Vergleich von Googles Bewertung der Core Web Vitals und der Mobile Friendliness für die Website oder den Shop geht. Das Beheben von Problemen mit Core Web Vitals und Mobile Friendliness ist allerdings ausgesprochen aufwändig und darf nicht erst zwei Monate vor dem Update in Angriff genommen werden. Spätestens für den Beginn des Jahres 2021 muss dieses Thema ganz oben auf der Agenda von Website- und Shopbetreibern stehen.

Sind Sie bereit für das Page Experience Update?

Wenn Sie Unterstützung beim Monitoring der Nutzerfreundlichkeit und Mobile Friendliness sowie der Umsetzung von Googles Handlungsempfehlungen benötigen, sprechen Sie uns gern an. Unsere Experten für SEO machen Sie fit für das Page Experience Update.

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