Das OpenMage Projekt: Magento 1.x für immer?

Das OpenMage Projekt: Magento 1.x für immer?

Im Juni 2020 endet der Support von Magento 1.x durch den Hersteller. Das bedeutet, dass der Betrieb von älteren Magento Shops schon in eineinhalb Jahren nicht mehr sicher möglich sein wird. Shopbetreiber müssen entweder noch schnell auf das technisch anspruchsvollere Magento 2 oder auf ein anderes Shopsystem umsteigen, was in jedem Fall mit hohen Aufwänden verbunden ist. Doch derzeit entwickeln sich Ansätze zu einer gerade für viele kleinere Händler viel attraktiveren Lösung: Nutzer von Magento 1.x sollen – von der Community für die Community – dauerhaft mit Security-Updates, Performance-Verbesserungen, neuen Features und sogar regelmäßigen LTS-Versionen mit Langzeitunterstützung versorgt werden. In diesem Beitrag erklären wir genauer, was es mit dem Projekt OpenMage auf sich hat und wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Was ist das OpenMage Projekt?

Unter dem Namen OpenMage haben sich Entwickler aus der Magento Community zusammengetan. Ihr Ziel ist es, Nutzern von Magento 1.x in Form eines sogenannten Forks (also einer Abspaltung vom ursprünglichen Zweig der Entwicklung) auch nach dem Ende der Weiterentwicklung der älteren Versionen dauerhaft ein sicheres, funktionales und zuverlässig mit Updates versorgtes Shopsystem zur Verfügung zu stellen. Das heißt, dass das Magento LTS Repository mehr ist, als ein Archiv aller Core Releases von Magento Open Source (vormals Community Edition) seit der Version 1.80. Zwar soll die Kompatibilität mit den offiziellen Releases zunächst so groß wie möglich bleiben, zugleich wird die Community aber ermuntert, inoffizielle Bugfixes und Security-Patches beizusteuern, da die offiziellen Aktualisierungen oftmals nicht alle bekannten Fehler ausmerzen. Da Magento nicht immer stringent der semantischen Versionierung folgt, ergeben sich bei OpenMage jedoch teilweise kleinere Abweichungen in den Versionsnummern. Händler haben damit die Möglichkeit, auch mit zahlreichen älteren Magento Versionen alle passenden Patches zu erhalten. Wie die offiziellen Versionen von Magento Open Source erscheinen die vom OpenMage Projekt bereitgestellten Releases unter der Lizenz OSL-3.0.

Wo steht das Projekt aktuell?

In den vergangenen beiden Jahren konnte das OpenMage Projekt schon eine ganze Reihe wichtiger Schritte auf dem Weg zu den hochgesteckten Zielen gehen. Vor wenigen Wochen hat Daniel Fahlke in einem Blogpost im FireGento Adventskalender eine kleine Zwischenbilanz gezogen. Neben der Zusammenstellung einiger Zahlen zu den Aktivitäten der Community rund um das OpenMage Repository zur Entwicklung einer LTS-Lösung für die Nutzer von Magento 1 liefert er darin eine Skizze der vier Phasen, die das Projekt laut Plan durchlaufen soll.

In der ersten Phase (vor der offiziellen Ankündigung des Datums für das Ende des Supports für Magento 1) standen maximale Abwärtskompatibilität und kleinere Fixes für Bugs und Performance auf der Agenda. Momentan befindet sich das Projekt in Phase zwei, die durch die Ankündigung des Datums für das EOL (End of Life) von Magento eingeläutet wurde. In dieser zweiten Phase werden Beeinträchtigungen der Abwärtskompatibilität in Kauf genommen, um veraltete beziehungsweise nicht empfehlenswerte Teile des Codes auszusondern. In der nächsten und dritten Phase soll eine solide Umgebung für die kontinuierliche Integration des Systems geschaffen werden, um die erforderliche Stabilität für größere, teilweise bereits vorbereitete Modifikationen zu erreichen. Geplant ist für Phase drei zudem ein fester Release-Plan, der jährliche Major-Releases, möglicherweise monatliche Bugfixes und jeweils im Abstand von zwei oder vier Jahren ein LTS-Release vorsehen soll. Durch die Zusammenarbeit mit größeren Herstellern von Extensions soll dabei sichergestellt werden, dass keine schwerwiegenden Kompatibilitätsprobleme auftreten. Wenn alle Prozesse stabil etabliert sind, sollen in der vierten und letzten Phase dann größere zusätzliche Features entwickelt werden. Als Beispiele werden derzeit ein insbesondere auf mobilen Endgeräten performanteres Default-Theme und die Möglichkeit eines integrierten Auto-Updaters genannt.

Wer kümmert sich um Security?

Sicherheit ist für Shopbetreiber ein zentrales Thema. Und wer in den vergangenen Jahren einen Magento 1.x Onlineshop betrieben hat, kennt das Problem mit den überall lauernden Sicherheitslücken nur zu gut. Das OpenMage Projekt nimmt dieses Thema dementsprechend sehr ernst, kann aus eigener Kraft und ohne die nötigen finanzielle Mittel jedoch nicht das gewünschte Sicherheitsniveau etablieren. An dieser Stelle kommt die relativ junge Firma Mage1 ins Spiel, die sich genau das Richtige auf die Fahnen geschrieben hat: professionellen Magento 1 Support für die Zeit nach Juni 2020. Durch das bewährte Kopfgeld-Prinzip sollen in der Zusammenarbeit mit der Entwickler-Community auch in Zukunft Schwachstellen aufgespürt und geschlossen werden.

Fazit: Gute Aussichten

Im Zusammenspiel könnten OpenMage und Mage1 damit für zahlreiche Betreiber kleinerer Shops das ersehnte rettende Ufer bieten und zu verlässlichen Partnern für eine lange, stabile und sichere Zukunft mit dem besten Magento aller Zeiten unter anderem Namen werden.

OpenMage testen, unterstützen und im Blick behalten

Wer sich selbst ein Bild vom aktuellen Stand des OpenMage Projekts machen will, kann anhand der Installationsanleitung unkompliziert selbst eine Instanz von Magento LTS aufsetzen, sich das System genauer ansehen – und bei Interesse gleich in die Entwicklung einsteigen. Aktuelle Informationen zum weiteren Verlauf des Projekts finden sich auf GitHub und auf Twitter.

Dieser Beitrag wurde am von Splendid Internet veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.

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