Adobe kauft Magento

Adobe kauft Magento

Soeben wurde bekannt, dass der Software-Riese Adobe die weltweit verbreitetste Shopsoftware übernimmt: Adobe kauft Magento. Für einen Kaufpreis von voraussichtlich 1,68 Milliarden US-Dollar wird Magento in Kürze unter dem Dach von Adobe weiterentwickelt, wovon sich beide Firmen weitreichende Synergieeffekte versprechen. Aber was bedeutet das konkret für die Arbeit mit Magento? Wir wagen einen Ausblick.

Klare Win-win-Situation?

Die Chefs von Adobe und Magento freuen sich in ihren Blogs ausgiebig über die gerade in Pressemitteilungen verkündete Übernahme von Magento durch Adobe. Brad Rencher, Vize-Präsident von Adobe, und Mark Lavelle, CEO von Magento, lassen ihre Beiträge dabei sogar mit denselben Worten beginnen: „I am excited to share some big news“. Man spricht also mit einer Stimme. Da noch eine Reihe rechtlicher Fragen geklärt werden müssen, wird der Kauf für das dritte Quartal von Adobes Fiskaljahr 2018, also für den Sommer, in Aussicht gestellt. Für Adobe ist das der größte Zukauf seit knapp zehn Jahren, und für Magento wird ein neues Kapitel unter dem Dach eines großen IT-Konzerns beginnen. Nach den rückblickend allenthalben negativ bewerteten „eBay Jahren“ von 2011 bis 2015 war Magento seinerzeit für ungefähr 200 Millionen US-Dollar an den US-Finanzinvestor Permira verkauft worden (hier unser Blog-Beitrag dazu). Angesichts des nach nur drei Jahren deutlich höher taxierten Kaufpreises von knapp 1,7 Milliarden wird die Freude auch bei Permira (und weiteren zuletzt an Magento beteiligten Investoren) groß sein. – Aber was bedeutet diese Neuigkeit nun konkret für die Magento Community?

Was bedeutet das für die Zukunft von Magento?

Was genau der angekündigte Deal nun in der Praxis für Shopbetreiber und Entwickler bedeuten wird, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt schwer vorhersagen. Dazu wird es wohl frühestens zum Abschluss der Übernahme von Magento durch Adobe im Sommer genauere Informationen geben. Angekündigt wird jedoch bereits jetzt, dass die Magento Commerce Cloud nahtlos in die Adobe Experience Cloud integriert werden soll, um die dort bereits versammelten Lösungen für Advertising, Analytics und Marketing um den Baustein E-Commerce zu ergänzen – und zwar sowohl für den B2B- als auch für den B2C-Bereich. Unter dem Dach von Adobe soll Magento insbesondere von Adobes hervorragendem Know-how zur Auswertung von Daten für das gezielte Ausspielen von Inhalten für perfekte Nutzer- beziehungsweise Einkaufserlebnisse profitieren. Die offiziellen Verlautbarungen beider Seiten dazu lesen sich wie wortreiche Variationen über das Thema „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“, ohne dass dabei auch nur im Ansatz konkrete Ziele verraten würden. Wenn Adobe mit der tiefen Integration von Magento in seine Produktpalette Ernst macht, wird dieser Verkauf bis auf Weiteres der letzte in der Geschichte von Magento sein und über kurz oder lang sollte auch spürbar werden, dass Magento vor einem deutlich veränderten technologischen Hintergrund weiterentwickelt wird. Das gilt insbesondere für Nutzer der Cloud-Lösung Magento Commerce.

[UPDATE 19.06.2018]: Die Übernahme ist abgeschlossen

Adobe und Magento haben mitgeteilt, dass die Übernahme nun abgeschlossen ist. Während Mark Lavelle in seinem Blog-Beitrag voller Begeisterung in die Zukunft für Magento unter dem Dach (beziehungsweise in der Cloud) von Adobe blickt, gibt sich die neue Konzernmutter in ihrem Presse-Statement eher nüchtern. Aber mit seinem Schlusswort („Together we will change the world!“) ist der Chef der Magento Commerce Cloud schon voll auf Adobe Linie: „Adobe is changing the world through digital experiences“. Wir sind gespannt, wie es damit weitergeht.

Dieser Beitrag wurde am von Splendid Internet veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.

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