Vorschau: Magento 2.3

Vorschau: Neue Features in Magento 2.3

Noch ist Magento 2.3 nicht erschienen – aber hier und da sind in den vergangenen Monaten bereits einige Ein- und Ausblicke gewährt worden. Sollten tatsächlich alle in Aussicht gestellten neuen Features in das in Kürze zu erwartende Release eingehen, würde das für Magento Nutzer und Entwickler ein regelrechtes Fest. Wir fassen zusammen, welche neuen Funktionen in Magento 2.3 enthalten sein sollen – und wohin sich Magento in Zukunft entwickeln wird.

Inhalt

Was wird es Neues geben in Magento 2.3?

Was genau am Ende tatsächlich an neuen Features in Magento 2.3 enthalten sein wird, dürfte erst mit dem Release bekannt werden. Aber in Orientierung an einer inoffiziellen Roadmap, die nicht zuletzt auf einem Präsentationsslide von der MageConf 2017 in Kiew (16. Dezember 2017) basiert, lässt sich schon allerhand vermuten. So wurde neben der Lagerverwaltung mit mehreren Standorten auch und vor allem die Möglichkeit zum Entwickeln von Progressive Web Apps (PWA) auf der Grundlage von Magento in Aussicht gestellt. Für Nutzer des kostenpflichtigen Magento Commerce (vormals Enterprise Edition) soll es zudem eine tiefe Integration des weltweit wichtigsten Marktplatzes Amazon und einen neuen Page Builder geben.

Lagerverwaltung mit mehreren Standorten: Multi-Source Inventory (MSI)

Für Händler mit Warenbeständen, die an mehreren Standorten verteilt lagern, soll Magento 2.3 ein wertvolles neues Feature enthalten: das Multi-Source Inventory (MSI). Damit wird Magento out-of-the-box in der Lage sein, mehrere Lagerstandorte gleichzeitig zu verwalten. Aufmerksame Leser unseres Blogs, denen dieses Feature schon bekannt vorkommt, haben darüber schon in unserem Beitrag zum Magento Hackathon in München gelesen. Denn dort wurde im Rahmen der Magento Contribution Days in gemeinsamer Projektarbeit von Magento Entwicklern und der Community an dem Multi-Source Inventory gearbeitet. Weitere Informationen über dieses spannende Projekt und den aktuellen Arbeitsstand finden sich auf GitHub.

Progressive Web Apps (PWA)

Die bahnbrechendste Neuerung, die für Magento 2.3 in Aussicht gestellt worden ist, wurde bereits am 27.06.2017 in einer Pressemitteilung angekündigt: Magento soll von Haus aus Progressive Web Apps (PWA) unterstützen und erhält dafür eine eigene Entwicklungsumgebung, das Magento PWA Studio.

Progressive Web Apps – Was ist das?

Progressive Web Apps sind eigentümliche Zwitterwesen, denen eine große Zukunft vorausgesagt wird. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Apps für mobile Endgeräte und klassischen Websites auf der Grundlage von HTML/CSS plus JavaScript. Eine Progressive Web App kombiniert die Vorteile einer Website (offene Code-Basis, keine Installation auf dem Gerät nötig) mit den Vorteilen einer App (Add-to-homescreen-Funktion, Möglichkeit für Push-Benachrichtigungen sowie herausragende Performance und Offline-Funktionalität). Nutzer können sich den Link zu dem als Progressive Web App bereitgestellten Service bequem als Verknüpfung zum Homescreen hinzufügen, ohne die Schwelle einer Installation (und mögliche Sicherheitsbedenken) überwinden zu müssen. Zudem können sie über Push-Benachrichtigungen direkt angesprochen werden. Und auch bei schlechter Internetverbindung können sie unterwegs bequem mit der Website oder dem Shop interagieren, da die Progressive Web App durch intelligentes Caching auf dem Gerät nicht nur bestechend schnell, sondern auch offline verfügbar ist. Auf diese Weise soll die Technologie der zunehmend über mobile Geräte stattfindenden Nutzung des Internets entgegenkommen und nicht zuletzt die Kennzahlen für mobil erzielte Kaufabschlüsse und Umsätze im E-Commerce signifikant erhöhen.

Aufgrund dieser herausragenden Eigenschaften wird immer wieder prognostiziert, dass Progressive Web Apps im Laufe der kommenden Jahre responsive Webdesign (RWD) und native Apps als Standards ablösen werden. Die Entwicklung dieser neuen Crossover-Technologie wird dabei maßgeblich von Google vorangetrieben und kann in den Code Labs von interessierten Entwicklern sofort ausprobiert werden. Für die Integration der PWA Technologie kooperiert Magento nun eng mit Google.

Was ist das Magento PWA Studio?

James Zetlen, Frontend Architect bei Magento schwebt ein Magento PWA Studio, mit dem auch Neulinge im Handumdrehen Progressive Web Apps entwickeln können, als Bestandteil von Magento vor, wie er in seinem ausführlichen Blog-Beitrag zu diesem Thema ausgeführt hat. In seinen Antworten auf Fragen aus der Community stellte er noch einmal klar, dass diese neue Funktionalität auch in Magento Open Source (vormals Community Edition) verfügbar sein wird. Und für Magento Frontend Entwickler hat er auch schon weitreichende Einblicke in den technischen Hintergrund dieses Projekts gewährt.

Tiefe Amazon Marketplace Integration (exklusiv in Magento Commerce)

Im Rahmen einer Pressemitteilung vom 22.02.2018 hat Magento angekündigt, dass im Laufe des Jahres alle Magento Commerce 2.x Shopbetreiber von neuen Möglichkeiten für die Verwaltung ihrer Amazon Marketplace Konten direkt in Magento profitieren können. Damit sollen Händler in Zukunft noch einfacher und effizienter ihre Produkte für den wichtigsten Marktplatz der Welt, Amazon, direkt aus Magento Commerce verwalten können. Neben einer komfortablen Bedienoberfläche für die Produktlistings sollen auch ausführliche Berichte über Wettbewerber und Empfehlungen für die Preisbildung enthalten sein.

Neuer Page Builder (exklusiv in Magento Commerce)

Ebenfalls exklusiv für Shopbetreiber die auf die Lizenzversion Magento Commerce setzen, soll es laut Magento DevBlog einen neuen Page Builder mit hervorragenden CMS-Funktionen geben. Damit soll die Verwaltung von Seiten und Inhalten, insbesondere Widgets künftig deutlich intuitiver per Drag-and-drop funktionieren. Als technische Grundlage dient dabei das Content-Management-System Bluefoot.

Zusammenfassung

Während Nutzer von Magento Commerce mit dem neuen Page Builder und der tiefen Integration von Amazon Marketplace zwei zusätzliche, ausgesprochen wertvolle Features erhalten sollen, sieht es für Shopbetreiber, die auf Magento Open Source setzen, wie gewohnt etwas magerer aus. Das angekündigte Multi-Source Inventory wird nur für eine recht kleine Zielgruppe echte Verbesserungen mit sich bringen. Aber das Magento PWA Studio, das zunächst aus Entwickler-Sicht ausgesprochen spannend ist, wird spätestens mittelfristig auch für Shopbetreiber sehr interessant. Immerhin ist anzunehmen, dass Magento Shops schon bald mit attraktiven Shopoberflächen auf der Grundlage der Progressive Web App Technologie aufwarten und damit der Konkurrenz insbesondere auf mobilen Geräten den entscheidenden Schritt voraus sein werden. In dieser Hinsicht wird Magento 2.3 aller Voraussicht nach ein wichtiger Meilenstein.

Die Entwicklung von Magento 2.3 lässt sich hier auf GitHub verfolgen und unterstützen.

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Dieser Beitrag wurde am von Splendid Internet veröffentlicht/zuletzt bearbeitet.

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