Erste Schritte mit Google AMP

Erste Schritte mit Google AMP

Google AMP (Accelerated Mobile Pages) sorgt für extrem kurze Ladezeiten auf mobilen Endgeräten. Aber wie aufwendig ist die Implementierung in einer Website? Was genau muss man tun, um mit AMP durchzustarten? Wie findet man anschließend heraus, ob die eigenen AMP Seiten auch wirklich funktionieren? Und wie funktioniert das Debugging am effektivsten, wenn AMP Seiten Fehler enthalten? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die ersten Schritte mit Google AMP.

Nachdem wir Googles Projekt für die Beschleunigung mobiler Websites in unserem Blog-Beitrag über Google AMP im E-Commerce bereits im Grundsatz erklärt haben, wenden wir uns nun den praktischen Aspekten dieser vielversprechenden Technologie zu und erklären der Reihe nach, wie man AMP einsetzt, wie das Monitoring von AMP Seiten funktioniert, und wie man aufgefundene Fehler in AMP Seiten beseitigt.

AMP auf der eigenen Website einsetzen

Wer ein Content-Management-System (CMS) oder Shopsystem einsetzt, kann denkbar einfach mit AMP starten: ein Plugin installieren und gegebenenfalls ein paar Einstellungen vornehmen – fertig. Für WordPress steht das passende Plugin beispielsweise hier zum Download bereit. Eine kostenpflichtige Extension für AMP in Magento gibt es mittlerweile auch. Wie die Plugins den AMP Ansatz jeweils umsetzen, sollte man sich allerdings genau in der jeweiligen Dokumentation ansehen.

Wer eine statische Website betreibt oder sich ganz einfach für die Funktionsweise von AMP interessiert, kann sich im sogenannten AMP Codelab umfassend informieren. Dort wurden Informationen über die Verbesserungen der User-Experience durch AMP im mobilen Internet, über die Grundlagen einer AMP Seite, zu den Beschränkungen von AMP, über Web Components für AMP sowie zur Validierung und Vorbereitung von AMP Seiten für die Google Suche zusammengetragen. Zudem gibt es einen Hands-on-Bereich, in dem sich anhand eines Praxisbeispiels die erste eigene AMP Seite implementieren lässt. Wer mehr über AMP erfahren und auch praktisch noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann das im entsprechenden Advanced Concepts Codelab tun.

AMPs auffindbar machen und Duplicate-Content vermeiden

Grundsätzlich muss beim Einsatz der AMP Technologie darauf geachtet werden, dass die für mobile Geräte optimierten Seiten einerseits von Crawlern gefunden werden können und andererseits im Hinblick auf SEO keine Probleme mit Duplicate-Content entstehen. Immerhin sind AMP Seiten ja – üblicherweise – lediglich optimierte Kopien von herkömmlichen Seiten.

Um für Crawler im Quelltext einer normalen Website auf die entsprechende AMP Seite hinzuweisen, muss ein Link in der folgenden Form in den HTML-Head integriert werden:

<link rel="amphtml" href="http://www.domain.de/url/der/amp-version.html" />

Damit aus den nun in zwei unterschiedlichen Versionen gecrawlten, inhaltlich aber identischen Inhalten der beiden Seiten nun keine Duplicate-Content-Probleme entstehen, muss in die AMP Version der Seite ein Codeschnipsel in dieser Form integriert werden:

<link rel="canonical" href="http://www.domain.de/url/der/normalen-html-version.html" />

Einen Sonderfall bildet die Verwendung eigenständiger AMP Seiten, zu denen es nicht jeweils eine herkömmliche Seite mit demselben Inhalt gibt. Wird AMP auf diese Weise eingesetzt, ist es unbedingt notwendig, die AMP Seiten entweder von anderen indexierten Seiten aus zu verlinken oder in der Sitemap aufzulisten, damit sie indexiert werden können. Zusätzlich sollte dann die AMP Seite auf sich selbst als kanonische Version verweisen:

<link rel="canonical" href="http://www.example.com/url/der/amp-seite.html" />

Die Performance von AMP in Google Search Console überprüfen

Nachdem AMP auf der eigenen Website implementiert ist, kann man die für mobile Endgeräte optimierten Versionen der einzelnen Unterseiten zwar gezielt im Browser aufrufen, aber man erhält zunächst keinerlei Informationen darüber, ob die Seiten auch tatsächlich schon für Besucher erreichbar sind. Denn die Besonderheit von Google AMP Seiten besteht ja darin, dass sie stets nur neben den eigentlichen Seiten bestehen und nur dann im Browser angezeigt werden, wenn die Google Suche oder eine andere Plattform ausdrücklich die Auslieferung der schnelleren Variante der Seite anfordert. In den Google Suchergebnissen werden AMP Seiten allerdings nur dann überhaupt entsprechend berücksichtigt, wenn ihr Quelltext frei von Fehlern ist. Mithilfe von Google Search Console lässt sich feststellen, welche AMP Seiten in den Index aufgenommen wurden und welche aufgrund von Fehlern unberücksichtigt bleiben. Zudem erhält man hier genauen Aufschluss darüber, wie oft die indexierten Seiten tatsächlich besucht werden. Weiterführende Informationen hierzu enthält der Beitrag zu diesem Thema im Google Webmaster Central Blog.

Fehler und Probleme mit AMP Seiten finden und beheben

Wenn Fehler oder Warnungen im Zusammenhang mit AMP Seiten auftauchen, ist deren Behebung kein großes Problem. Immerhin sind die für mobile Endgeräte optimierten Seiten ja besonders einfach aufgebaut. Allerdings ist es ausgesprochen hilfreich, wenn man die richtigen Tools zur Hand hat, um die Fehlerquellen in den eigenen AMP Seiten schnell und sicher ausmachen und effizient beseitigen zu können. Nachdem die URLs der problematischen AMP Seiten per Google Search Console ausfindig gemacht worden sind, können die Adressen jeweils mit dem Suffix #development=1 im Browser, idealerweise Chrome, aufgerufen werden. Nach dem Öffnen der DevTools Konsole wird dann eine detaillierte Auflistung der aufgetretenen Probleme angezeigt. Eine weitere Möglichkeit sind Browser-Extensions (derzeit für Chrome und Opera verfügbar), in denen über einen Link zu jeder Fehlermeldung jeweils weiterführende Informationen von der Website https://ampproject.org/ zur Verfügung stehen. Die dritte Möglichkeit kann browserübergreifend genutzt werden: der Online-Validator für AMP-Seiten, der mit der fraglichen URL gefüttert werden kann oder alternativ den per Copy-and-paste eingegebenen Quellcode auswertet.

Fazit: Lohnt sich der Aufwand?

Es kann also festgehalten werden: selbst wer ein CMS oder Shopsystem einsetzt, ist nach der Installation und Konfiguration des entsprechenden AMP Plugins noch nicht ganz fertig mit der Implementierung des neuen Standards für kurze Ladezeiten auf mobilen Endgeräten. In der Google Search Console muss überprüft werden, ob die Seiten fehlerfrei sind und in den Index aufgenommen werden. Und sollten hier Probleme auftreten, muss noch einmal Hand angelegt werden. Insofern ist der Einsatz von AMP potentiell mit gewissen Mehraufwänden verbunden, die durch den positiven Effekt auf die User Experience der mobilen Nutzer allerdings spielend aufgewogen werden sollten.

Aber wird sich AMP überhaupt durchsetzen? Was dafür spricht: Google nimmt das Projekt offensichtlich sehr ernst. Die bereitgestellten Ressourcen mit Informationen und Anleitungen für Entwickler sind umfangreich und bis ins Detail ausgearbeitet, die Integration in Search Console ist bereits jetzt sehr gut und durch die oben erwähnten Tools für das Validieren und Debuggen von AMP Seiten ist es problemlos möglich, direkt mit der nachhaltigen Implementierung von AMP auf der eigenen Website zu beginnen. Vor diesem Hintergrund lässt sich durchaus vermuten, dass AMP bereits in wenigen Monaten in aller Munde ist – und natürlich auf allen mobilen Geräten.

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