Aktuelle Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis (4. Quartal 2026)

Aktuelle Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis (4. Quartal 2026)

Quartalsweise liefern wir Zahlen und Fakten rund um den E-Commerce, die alle Betreiber von Onlineshops kennen sollten. Für die vierte Ausgabe 2026 haben wir eine aktuelle Auswahl von elf aussagekräftigen Zahlen und Fakten unter anderem aus den Bereichen Kaufverhalten, Rechtssicherheit, Agentic Commerce und SEO/GEO zusammengestellt.

1. Marktentwicklung: Stabiles Wachstum in Deutschland

Laut Branchenverband bevh sind die Gesamtumsätze im deutschen Onlinehandel im zweiten Quartal um 5,1 Prozent gewachsen. „E-Commerce ist zur wichtigsten Stütze des deutschen Handels in diesem äußerst schwachen Konsumumfeld geworden“, kommentiert Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh in einer Pressemitteilung zu den jüngsten Zahlen aus der Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“.

2. Verkaufskanäle: Eigene Onlineshops klar vor Marktplätzen

Laut European E-commerce Report 2026 von Ecommerce Europe und Euro Commerce überwiegt in 26 von 27 EU-Staaten der Anteil der Händler mit eigenem Onlineshop klar den Anteil derjenigen, die (auch) über Online-Marktplätze verkaufen. Ein interessantes Bild ergibt sich mit Blick auf die baltischen Staaten: Während Estland das mit Abstand deutlichste Beispiel für den EU-weit messbaren Vorrang eigener Shops gegenüber Marktplätzen abgibt, rangiert Lettland in beiden Kategorien im Mittelfeld. Litauen allerdings bildet mit deutlich mehr Aktivität über Marktplätze als mit eigenen Shops die einzige Ausnahme von dieser Regel.

3. Kaufverhalten: KI-Einsatz korreliert mit Kaufkraft

Je größer die Kaufkraft, desto freihändiger wird beim Onlineshopping auf KI gesetzt, hat der Branchenverband bevh in einer Befragung im Sommer 2026 festgestellt. Das gilt für alle drei abgefragten Bereiche: das Einholen von Produktempfehlungen von KI-Chatbots, das Delegieren von Kaufentscheidungen an KI und die Bereitschaft, einem KI-Agenten auch gleich das Payment für autonomes Einkaufen zu überlassen: Erst jenseits eines Einkommens von 4.000 Euro verlassen sich überdurchschnittlich viele Käufer auf KI-Unterstützung.

4. Rechtssicherheit: Onlineshops halten Überprüfung nicht stand

Im RechtsRadar Report August 2026 hat rechtsklar24.de knapp 1.000 zertifizierte Onlineshops auf die Einhaltung rechtlicher Vorgaben geprüft. Das Ergebnis ist alarmierend: Kein einziger der geprüften Shops hat den Test bestanden. Betreibern von Onlineshops sollte das zu denken geben und mit Blick auf die erhebliche Gefahr von Abmahnungen sollte allen klar sein, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtssicherheit eine wichtige Aufgabe ist – mit oder ohne Trusted Shops Zertifizierung.

5. Social Commerce: Alle Altersklassen erreichbar

„22 Prozent ist die Baseline für den Social Commerce in Deutschland“, hat der Branchenverband bevh im Rahmen seiner jüngsten Untersuchung des Social Commerce festgestellt. Das heißt: Für jede Altersklasse, gibt es ein Soziales Netzwerk, aus dem mindestens jede fünfte befragte Person entscheidende Kaufimpulse erhalten hat.

6. Agentic Commerce: Deutscher Einzelhandel macht sich bereit

Laut einer aktuellen Analyse von handelsdaten.de setzt sich der noch junge Agentic Commerce, also der agentenbasierte Handel, im deutschsprachigen Raum mit großen Schritten durch. Sechs von zehn der befragten Unternehmen setzen bereits Agentic-Commerce-Anwendungen ein oder planen das.

7. KI-Kaufberatung: Ganz normale Chatbots

Wie schon im Vorjahr hat der Branchenverband bevh auch 2026 wieder abgefragt, wie groß der Anteil derjenigen ist, die schon mal einen KI-Chatbot wie ChatGPT nach Produktempfehlungen gefragt haben. Der Anteil ist in allen Altersgruppen gewachsen – und zwar teilweise in erheblichen Sprüngen. So hat er sich der aktuellen Ergebung zufolge in der Altersgruppe von 50 bis 59 Jahren binnen eines Jahres auf nun gut 30 Prozent beinahe verdoppelt. In der Altersgruppe mit der größten Chatbot-Affinität (14 bis 29 Jahre) bilden diejenigen, die sich beim Kauf bereits von einem Chatbot beraten lassen haben mit 52,5 Prozent bereits die Mehrheit.

8. Payment: Wallets setzen sich weiter durch

Für die EHI-Studie „E-Commerce-Report Deutschland 2026“ wurden 1.000 Onlineshops analysiert. Eines der Ergebnisse im Bereich Payment: Wallets sind mit 97,2 Prozent Verbreitung praktisch überall in den Checkout integriert. Und alle Wallets wachsen. Von Anbietern mit kleinen Marktanteilen wie Alipay oder Wero über das Mittelfeld mit Amazon Pay (22,9 auf 24,1 Prozent), Google Pay (23,1 auf 32 Prozent)und Apple Pay (37,8 auf 49 Prozent) bis hin zum weiterhin uneinholbaren Platzhirsch PayPal (95,4 auf 96,3 Prozent) konnten alle zulegen.

9. Retouren: Neuer Höchststand erwartet

Die Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat Ende September 2026 aktuelle Zahlen auf retourenforschung.de veröffentlicht. Demnach ist 2026 in Deutschland ein neuer Höchststand von 560 Millionen Retourenpaketen zu erwarten. Zurückgeführt wird dieser neuerliche Anstieg zum einen auf das Wachstum im E-Commerce bei gleichbleibend hoher Retourenquote von gut 24 Prozent und zum anderen auf zunehmend impulsives Kaufverhalten durch die Verlagerung des Shoppings auf Smartphones und Apps.

10. SEO/GEO: Onlineshops organisch weniger sichtbar

„Die organische Sichtbarkeit der größten deutschen Onlineshops ist zum ersten Mal seit Jahren eingebrochen, um 16,7 Prozent“, stellt SISTRIX in Zusammenarbeit mit LEAP zu Beginn eines aktuellen Reports fest. In der Analyse der im Feld gemessenen Werte wird dann differenziert herausgearbeitet, woher dieser signifikante Rückgang kommt und was genau das für die Praxis bedeutet.

11. Newsletter: Zuverlässige Umsatzmaschine

Für die aktuelle DACH-Studie „Erfolgsfaktor Newsletter: Nutzung, Erwartungen und Trends“ der Omnicom Media Germany im Auftrag von United Internet Media wurden 6.000 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihrer Nutzung von Newsletter-Abos für das Online-Shopping befragt. Der Anteil der Befragten, die bereits direkt aus einem Newsletter bestellt haben, liegt bei 70 Prozent. Newsletter von Onlineshops erweisen sich derweil als sehr beliebt. Gelesen werden sie meist zu Hause und auf dem Smartphone. Besonders gefragt sind exklusive Angebote und Rabatte.

Nicht verpassen: Aktuelle Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis im Januar 2027

Die nächste Winterausgabe unserer aktuellen Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis veröffentlichen wir im Januar 2026. Damit Sie unser regelmäßiges Update für Shopbetreiber garantiert nie verpassen, können Sie einfach unseren monatlichen Newsletter abonnieren.

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