Aktuelle Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis (2. Quartal 2026)
Quartalsweise liefern wir Zahlen und Fakten rund um den E-Commerce, die alle Betreiber von Onlineshops kennen sollten. Für die zweite Ausgabe 2026 haben wir eine aktuelle Auswahl von elf aussagekräftigen Zahlen und Fakten unter anderem aus den Bereichen Kaufverhalten, Social Shopping, SEO und KI zusammengestellt.
1. Marktentwicklung: Wachstum übertrifft Erwartungen
In allen Quartalen des Jahres 2025 ist der Brutto-Umsatz im Handel mit Endkunden im deutschen E-Commerce gewachsen. Das ergab eine im Januar 2026 vorgestellte Studie des Branchenverbands Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh). Mit 3,2 Prozent lag das Wachstum nicht nur deutlich über dem Vorjahreswert (1,1 Prozent), sondern übertraf auch die Prognose von 2,5 Prozent. Für das laufende Jahr prognostizierten bevh und EHI Retail Institute sogar ein Umsatzwachstum von 3,8 Prozent – wohlgemerkt vor dem Beginn des Kriegs im Iran.
2. Lebensmittel online: Umsätze steigen weiter
Der sogenannte E-Food-Umsatz, also der Absatz von Lebensmitteln im E-Commerce in Deutschland ist 2025 laut Zahlen von handelsdaten.de des EHI Retail Institutes im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf über 4 Milliarden Euro gestiegen. Damit setzt sich die positive Entwicklung aus dem vorhergehenden Untersuchungszeitraum fort. Im Verhältnis zum Wert aus 2025 (736 Millionen) ergibt sich mittlerweile ein Wachstum von fast 460 Prozent.
3. Kaufverhalten: Entwicklungspotenzial in Deutschland
Aktuelle Zahlen des Portals Eurostat der Europäischen Union zeigen, dass etwa vier von fünf Menschen (78 Prozent) zwischen 16 und 74 Jahren in der EU, die das Internet nutzen, Produkte für die private Nutzung online bestellt haben. Den größten Beitrag dazu leisten die Altersgruppen zwischen 25 und 44 Jahren. Die Streuung zwischen den Mitgliedstaaten ist dabei allerdings groß: Am höchsten ist der Anteil der Onlinekäufer in Irland, den Niederlanden und Dänemark mit Werten über 90, teils sogar über 95 Prozent, Schlusslichter sind Rumänien, Italien und Bulgarien mit Werten um 60 Prozent. Deutschland rangiert mit circa 85 Prozent im oberen Mittelfeld.
4. Preisnachlässe: Viele Händler tricksen an Aktionstagen
Ende März 2026 hat die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit Verbraucherschutzbehörden aus 23 Mitgliedstaaten die Ergebnisse einer aktuellen Überprüfung („Sweep“) zu Online-Preisnachlässen bei den Verkaufsaktionen „Black Friday“ und „Cyber Monday“ vorgestellt. Den Ergebnissen zufolge wurde von 30 Prozent der überprüften Online-Händler zu Unrecht auf Preisnachlässe verwiesen. Korrekt ist das Ausweisen eines Preisnachlasses nur dann, wenn der Referenzpreis für das Produkt der niedrigste der letzten 30 Tage ist.
5. Kundenzufriedenheit: Lieferzeiten als größter Störfaktor
Zum Weltverbrauchertag am 15. März 2026 hat die EU auf ihrem Portal Eurostat festgestellt, dass 2025 mit 35,4 Prozent mehr als jeder dritte Käufer im E-Commerce mit Problemen konfrontiert war. Am weitaus häufigsten wurden lange Lieferzeiten moniert, gefolgt von Schwierigkeiten mit der UX im Shop und falsch oder defekt gelieferten Produkten. Deutschland landet mit einer gemessenen Problemquote von 23,4 Prozent auf Rang sieben. Die höchsten Quoten wurden aus Malta und den Niederlanden gemeldet, die wenigsten Probleme wurden aus Lettland, Griechenland und Portugal gemeldet.
6. Retouren: Viele Fehlkäufe werden nie zurückgeschickt
In einer YouGov Umfrage, die von Fleetlery in Auftrag gegeben wurde, haben 49 Prozent der Befragten angegeben, dass sie bereits Fehlkäufe behalten haben, anstatt sie zurückzuschicken. Gerade die Gen Z verzichtet häufig auf Retouren, weil die Regeln, Formulare und Prozesse für Rückgaben als zu kompliziert wahrgenommen werden.
7. Abo-Produkte: Regelmäßige Lieferungen sind beliebt
Der Digitalverband Bitkom hat in einer repräsentativen Umfrage festgestellt, dass in Deutschland 23 Prozent beim Onlineshopping Spar- oder Nachbestell-Abos mit regelmäßigen Lieferungen nutzen – und zwar insbesondere für Lebensmittel, Kosmetik und Blumen. Viele haben sogar mehrere Abos parallel laufen – im Durchschnitt sind es der Umfrage zufolge drei.
8. Verbraucherschutz: Dark Patterns werden bewusst ignoriert
Zum Safer-Internet-Day am 10. Februar 2026 hat der Digitalverband Bitkom in einer Presseinformation mitgeteilt, dass zwar 5 von 6 Kunden (84 Prozent) „Dark Patterns“ und andere manipulative Hinweise (Anzeige der Anzahl von Kunden auf der Produktseite oder von knappen Lagerbeständen, Countdowns et cetera) wahrnehmen. Die meisten lassen sich den Angaben nach davon aber entweder nicht beeinflussen oder brechen den Kauf sogar direkt ab. Die immer wieder angewandten faulen Tricks gehen offenbar eher nach hinten los.
9. SEO: Sinkende Klickraten durch AI-Overview
Die Experten für Suchmaschinenoptimierung von Sistrix haben 100 Millionen Keywords analysiert, um ein möglichst differenziertes Bild von den Auswirkungen der „AI Overviews“ auf die Klickraten in Google Suchergebnissen zu bekommen. Die zumeist ganz oben angezeigten KI-Zusammenfassungen führen der Analyse zufolge in Deutschland zu einem Rückgang von 265 Millionen Klicks pro Monat. Dieser Verlust an organischem Traffic trifft die Websitebetreiber je nach Kategorie unterschiedlich stark. Die Kategorie „Shopping“ zählt mit gut 6 Prozent weniger Klicks zu den am wenigsten betroffenen Bereichen.
10. KI im Onlineshopping: Mehr Recherchetool als Shopping-Kanal
Im breit angelegten Marketplace Shopping Behavior Report 2026, den ChannelEngine in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden durchgeführt hat, wird deutlich, dass KI-Systeme bereits von 58 Prozent der Menschen ganz selbstverständlich für die Produktsuche eingesetzt werden, während fünf von sechs sich noch nicht an den Kauf direkt über eine KI heranwagen.
11. Social Shopping: Soziale Einkaufsnetze immer beliebter
Fast die Hälfte (48 Prozent) der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren kauft über Social Media ein, hat Bitkom in einer repräsentativen Befragung in Deutschland festgestellt. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil inzwischen bei 29 Prozent. Social Shopping ist demnach fest im E-Commerce-Alltag verankert – und wird auch weiterhin eine immer größere Rolle spielen.
Nicht verpassen: Aktuelle Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis im Juli 2026
Die nächste Sommerausgabe unserer aktuellen Zahlen und Fakten für E-Commerce-Profis veröffentlichen wir im Juli 2026. Damit Sie unser regelmäßiges Update für Shopbetreiber garantiert nie verpassen, können Sie einfach unseren monatlichen Newsletter abonnieren.