Bericht von der Shopware Community UnConference 2026
Am 28. und 29. März waren wir als Sponsor und Teilnehmer auf der Shopware Community UnConference 2026 in Köln, der fünften Ausgabe dieser Veranstaltungsreihe. Los ging es mit einer coolen Pre-Party am Freitag – und dann folgte ein dicht gepacktes, zweitägiges Programm voller spannender Sessions und mit viel Trubel in den Kaffeepausen dazwischen. Die Atmosphäre war auch in diesem Jahr wieder ganz wunderbar. Und es ging keineswegs nur um KI. In unserem kurzen Bericht fassen wir das aus unserer Sicht Wichtigste von der „scuc26“ zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine „UnConference“?
Bei einer UnConference steht der Austausch der Teilnehmer untereinander im Vordergrund. Daher gibt es im Vorfeld auch keine feste Agenda, keine festgelegten Speaker oder Themen – es gibt also kein Programm und auch keine vorab definierte inhaltliche Planung. Was es aber sehr wohl gibt, ist ein Orga-Team. Und natürlich eine Menge Teilnehmer, die Ideen und Interesse mitbringen.
Am Beginn eines UnConference-Tages wird von den Teilnehmern gemeinsam ein „Fahrplan“ für den Tag zusammengestellt. Wer möchte, kann Vorschläge zu Sessions machen. Ob und in welchem Umfang eine Session dann tatsächlich stattfindet, wird jeweils von allen gemeinsam per Abstimmung festgelegt. Zwischen den Veranstaltungen (Vorträge, Workshops oder auch moderierte Diskussionen) gibt es halbstündige Kaffeepausen, die Raum für regen Austausch und Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen bieten – beziehungsweise umgekehrt: Die Kaffeepausen – der Definition nach das Wesentliche bei einer UnConference – werden immer wieder von Sessions unterbrochen. Da die Teilnehmerschaft in Köln recht international zusammengesetzt war, fanden Sessions und Austausch auf Englisch statt.
Samstag, 28. März 2026: Tag 1 der Shopware Community UnConference 2026
Wie es sich bei einer UnConference gehört, wurde am Samstag erst einmal gemeinsam das Session-Programm festgelegt. Dabei kamen in kurzer Zeit wirklich viele spannende Themen zusammen, so dass schnell ein dichtes, auf drei Räume verteiltes Programm stand (zum Nachlesen auf scuc.blue). Und dann ging es natürlich auch schon los.
Max über das Aufräumen von Shopware Instanzen
In das reichhaltige Session-Programm gestartet sind wir am Samstag mit Max zum Thema: „Built in Cleanup from Shopware: DAL“. Er sprach über das Löschen von Sessions und vor allem darüber, was sich im Vorfeld schon klug einstellen lässt, so dass im laufenden Betrieb weniger aufgeräumt werden muss: Log-Level und Aufbewahrungszeiten zum Beispiel. Immerhin werden die Logs in die Datenbank geschrieben, was je nach Setup zu empfindlichen Performance-Problemen führen kann. Bestellungen mit dem Status „failed“ müssen allerdings manuell aufgeräumt werden.
Philipp über das Experience Studio
Weiter ging es mit Philipp von Shopware und dem Thema „Experience Studio“. Philipp gab einen Überblick über die Content API für die Ausspielung von Inhalten, über Storefront Components für praktische Services, über den KI-getriebenen Page Builder zu gestalten von Layouts und Inhalten und über die Möglichkeiten zum Umsetzen der eigenen Markenidentität mithilfe von Designs. Wichtig ist dabei: Layouts werden jetzt nicht mehr mit Markup, sondern mit Daten definiert, während die API alle verbundenen Frontends beliefern kann. Der neue Pagebuilder soll eine Preview-Funktion haben und mit im bisherigen CMS angelegten Seiten und Inhalten kompatibel sein. Unter der Haube werden Twig Components von Symfony verwendet und nach Möglichkeit die Standards für Symfony eingehalten.
In einer parallel laufenden Session eröffneten Anna Maria und Julia übrigens eine Diskussion darüber, inwieweit und inwiefern Shopware die Komplexität reduzieren muss, um mit Shopify konkurrieren zu können. Das ergab nachhaltigen Gesprächsstoff und daher brauchten alle erst mal eine Stärkung beim Mittagessen um über diese und weitere gewichtige Themen zu diskutieren: Skalierung zum Beispiel – oder SEO für KI-Modelle. Und ein Gruppenfoto wurde selbstverständlich auch noch gemacht.
Sam Crudge von Shopware über Nexus als Workflow-System
Dann hat sich auf unserem Session-Plan Sam von Shopware mit Nexus, dem Workflow-System von Shopware, gegen KI und Caching durchgesetzt. Und das war ein großes Thema, immerhin bekommt Nexus bald einen eigenen Marketplace (mit Plugins für ERP-, PIM-, und andere Systeme). Auf dem Marketplace können User dann auch ihre Workflows anbieten. Integriert sein soll KI für das Mapping, zum Generieren von Workflows und zum Erklären der Workflows.
Nexus läuft auf Apache Kafka. Zwar gibt es noch keine API für Nexus, aber es ist ein SDK vorgesehen. Aktuell gab es Nexus an diesem Wochenende noch als Closed Beta, die kurz vor der Öffnung stand. Das Release wurde von Sam Crudge für den Mai in den Raum gestellt. Auch eine Versionierung ist in Planung. Angeboten wird es zunächst ausschließlich als SaaS. Eventuell soll es später aber auch noch als Open-Source zum Hosten auf eigenen Systemen bereitgestellt werden.
Bingo und Bier
Nach einer kurzen Bingo-Runde ging es weiter mit den nächsten Sessions. Und für den Abend wurde dann mit dem „Craftbeer Corner Coeln“ eine ganz neue Location für die Party der Shopware Community angesteuert. Das Ambiente mit Hopfen an der Decke und Craftbeer Dosen aus aller Welt an der Wand war einmalig. Zum Craft Beer gab es frisch zubereitete Burger, Salat und Pommes – auch auf Basis von Süßkartoffeln. Die Stimmung war ganz hervorragend und bei einstelligen Temperaturen (immerhin im Plusbereich) war zum Verzehr sogar die Außenterrasse ziemlich gut besucht.
Sonntag, 29. März 2026: Tag 2 der Shopware Community UnConference 2026
Auch am zweiten Tag wurde wieder ein Session-Programm mit gehaltvollen Themen geboten.
Adrian über das Monitoring von Varnish mit VMOD Gossip
Für uns begann Tag zwei der Shopware Community UnConference mit Adrian von maxcluster, dem Geburtstagskind dieses schönen Sonntags – standesgemäß mit Krone. Bei ihm ging es darum, wie sich Varnish mithilfe von Gossip analysieren lässt. Adrian argumentierte, dass Assets wie Videos nicht im Varnish liegen sollten, da sie über den RAM ohnehin schnell ausgeliefert werden. Am besten, so seine Empfehlung, kommen sie in den Load-Balancer. Adrian plädierte für den Einsatz der Standard VCL (Varnish Configuration Language) Konfiguration für Shopware, die auf GitHub bereitgestellt wird. Mit Shopware 6.8 soll sie vollständig neu aufgebaut werden und dann näher am Varnish Standard sein.
Soner über Shopmon Monitoring
In der nächsten Session gab Soner von Shopware eine Einführung in Shopmon, das Open-Source-Dashboard für Shopware Developer und warf einen Blick in die Zukunft. Das Shopmon Repository wird von Friends of Shopware auf GitHub bereitgestellt. Shopmon hat jetzt eine Anbindung an Git und ist mit Shopware Packages verknüpft. Das Tool enthält Security- und Health-Checks, bietet eine Übersicht der integrierten Plugins in den überwachten Shops, ein Changelog, Überwachung des Sitespeeds und Empfehlungen für Systemoptimierungen. Zukünftig sollen nicht nur Shopware Plugins aus dem Shopware Marketplace angezeigt werden. Möglicherweise können zu einem späteren Zeitpunkt auch APIs angezeigt werden.
Das neue shopmon-cli kann als wrapper für eigene Deployments eingesetzt werden. Alerts und Uptime-Monitoring sollen noch ergänzt werden und auch die Abarbeitung von Queues soll hinzukommen. Möglich ist die Anbindung an Tools wie NATS.io. Auf shopmon.fos.gg sind schon 570 Onlineshops, berichtete Soner. Über weitere Sponsoren für das Projekt würde er sich freuen und er lud dazu ein, auf shopmon.fider.io Feedback und Wünsche zu posten.
Soner über Shopware in Docker
Nach dem wieder sehr guten Mittagessen ging es für uns noch mal mit einer Session von Soner weiter. Diesmal sprach er darüber, wie sich Shopware produktiv in Containern (zum Beispiel Docker) betreiben lässt. Auf developer.shopware.com gibt es Infos zum Docker Image von Shopware. Umgesetzt wurde es mit FrankenPHP, weil dann automatisch das Sizing der Instanz gemacht wird. Außerdem stellt Shopware die Anleitung zum Erstellen von Kubernetes Instanzen mit k8s-meta bereit. Helm Charts sind noch in der Entwicklung und noch nicht für den produktiven Einsatz geeignet. Shopware stellt über Composer auch einen Deployment Helper bereit, der mit Shopware CLI genutzt werden kann. Zudem gibt es eine docker.yml mit einem Beispiel für coolify.io, und Shopware stellt docker-run bereit, das übrigens auch in Shopmon von Friends of Shopware genutzt wird. (Wer auch in Soners Session vor der Mittagspause gewesen war, konnte an dieser Stelle wissend nicken.)
Fazit: Es gibt viele spannende Themen ohne KI-Bezug
Das Session-Programm war – wie bei der Shopware Community UnConference üblich – auch in diesem Jahr sehr, sehr gut. Dabei fiel auf, dass erfrischend wenige Themen mit (direktem) KI-Bezug auf der Agenda gelandet waren. Nicht dass wir im Allgemeinen etwas gegen KI hätten. Aber nach einer Reihe von oft sehr AI-lastigen Community-Events war es sehr schön, dass mal wieder eine Vielzahl von Themen aus dem Bereich der natürlichen Intelligenz auf dem Programm standen.
Manches ändert sich eben doch nicht. So war die kleine Reise von Kiel nach Köln zur Shopware Community UnConference auch in diesem Jahr wieder sehr schön. Wir hatten eine tolle Zeit, haben viele alte und neue Bekannte getroffen und aus den Sessions sehr viel Neues mitgenommen – und aus den Gesprächen dazwischen natürlich auch.
Unser großer Dank gebührt Firegento für die einmal mehr wirklich herausragende Organisation. Wir sind natürlich auch 2027 wieder dabei!